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Hamas lässt Geiseln gehen: Zwei US-Amerikanerinnen frei

Mehr als 200 Menschen hat die islamistische Hamas vor rund zwei Wochen aus Israel in den Gazastreifen verschleppt - darunter Kinder, Frauen, Alte. Nun sind zwei der Geiseln wieder frei.

Nahostkonflikt - Israel
Nachdem die Hamas Israel überfiel, fordern Angehörige und ihre Unterstützer die Rückkehr der Geiseln. Foto: Sam McNeil/DPA
Nachdem die Hamas Israel überfiel, fordern Angehörige und ihre Unterstützer die Rückkehr der Geiseln.
Foto: Sam McNeil/DPA

Knapp zwei Wochen nach der Entführung von mehr als 200 Menschen aus Israel hat die islamistische Hamas im Gazastreifen zwei der Geiseln freigelassen. Die israelische Regierung bestätigte die Freilassung der beiden Frauen am Freitagabend. Es handelt sich um Mutter und Tochter. Nach Angaben der US-Regierung sind die beiden Amerikanerinnen. Es sind die ersten Geiseln der Hamas in dem Konflikt, die frei kamen.

Das Büro von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu teilte mit, der israelische Verantwortliche für die Entführten und Vermissten, Brigadegeneral Gal Hirsch, habe die beiden Frauen an der Grenze des Gazastreifens in Empfang genommen. Die beiden seien danach zu einer Militärbasis im Zentrum des Landes gebracht worden, wo sie mit Familienangehörigen wiedervereint werden sollten.

Medien in Israel veröffentlichen in der Nacht ein erstes Foto der beiden auf israelischem Gebiet. Darauf sind die Frauen Hand in Hand mit Hirsch zu sehen. Drei bewaffnete Soldaten begleiten sie.

Nach Angaben der US-Regierung half Katar bei der Freilassung der beiden Frauen. Details nannte US-Außenminister Antony Blinken auf Nachfrage jedoch nicht. Der militärische Arm der Hamas hatte zuvor mitgeteilt, als »Reaktion auf die Bemühungen Katars« zwei amerikanische Staatsbürgerinnen »aus humanitären Gründen« freigelassen zu haben.

Israel: Mehrheit der Geiseln lebt

Terroristen im Auftrag der im Gazastreifen herrschenden Hamas hatten am 7. Oktober in Israel ein Massaker unter Zivilisten angerichtet. Mehr als 1400 Menschen kamen dabei und in den folgenden Tagen ums Leben. Mindestens 203 weitere wurden laut israelischer Armee gewaltsam in den Gazastreifen verschleppt, darunter sind auch mehrere Deutsche. Die Armee geht eigenen Angaben zufolge davon aus, dass die meisten der Geiseln noch am Leben sind. Unter den Entführten sind dem Militär zufolge mehr als 20 Kinder und Jugendliche.

Ein Sprecher des israelischen Militärs sagte dem Sender CNN, die beiden nun freigelassenen Geiseln würden medizinisch untersucht und versorgt. Sie seien im Urlaub in Israel gewesen. Nach israelischen Angaben hatten die beiden in einem Kibbuz übernachtet, von wo aus sie verschleppt wurden. Der israelische Militärsprecher sagte, bewaffnete Hamas-Terroristen seien frühmorgens in das Haus eingedrungen und hätten die Frauen mit vorgehaltener Waffe rausgezerrt. Die beiden hätten eine erschütternde Tortur hinter sich. Eine der beiden habe sowohl die israelische als auch die amerikanische Staatsbürgerschaft.

Biden begrüßt Freilassung

US-Präsident Joe Biden begrüßte die Freilassung der beiden Amerikanerinnen. »Ich bin überglücklich, dass sie bald wieder mit ihrer Familie vereint sein werden, die von Angst gequält war«, teilte Biden am Freitag in Washington mit.

US-Außennminister Blinken äußerte sich ebenfalls erleichtert über die Freilassung der Frauen. Er betonte zugleich, es gebe immer noch zehn weitere Amerikaner, die in dem Krisengebiet vermisst würden. »Wir wissen, dass einige von ihnen von der Hamas als Geiseln gehalten werden, zusammen mit schätzungsweise 200 anderen Geiseln, die in Gaza festgehalten werden.« Jeder Einzelne von ihnen müsse freigelassen werden, forderte Blinken und versicherte, die US-Regierung arbeite unermüdlich daran, die restlichen entführten Amerikaner heimzuholen.

Nach US-Angaben von Donnerstag sind bei den Hamas-Angriffen am 7. Oktober in Israel mindestens 32 US-Bürgerinnen und -Bürger getötet worden.

© dpa-infocom, dpa:231020-99-642957/6