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Kein Ende des Hochwassers in Brasilien - mehr als 140 Tote

Die Zahl der Todesopfer ist nach dem verheerenden Hochwasser in Südbrasilien auf 143 gestiegen. Weitere 125 wurden vermisst und 806 Menschen verletzt, wie der Zivilschutz des Bundesstaates Rio Grande do Sul mitteilte.

Überschwemmungen in Brasilien
Weit mehr als 300.000 Menschen mussten wegen der Wassermassen ihre Häuser verlassen. Foto: Andre Penner/DPA
Weit mehr als 300.000 Menschen mussten wegen der Wassermassen ihre Häuser verlassen.
Foto: Andre Penner/DPA

Da es auch an diesem Wochenende geregnet hatte, ist die Zahl der Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten, auf über 618.000 gestiegen. Insgesamt sind über zwei Millionen Menschen von den Überschwemmungen betroffen. 

Das nach Angaben der Regionalregierung größte Kriegsschiff Lateinamerikas wurde für humanitäre Hilfseinsätze am Samstag im Hafen der Stadt Rio Grande in Empfang genommen. Zu den wichtigsten Ausrüstungsgegenständen gehören zwei Wasseraufbereitungsanlagen, die insgesamt 20.000 Liter pro Stunde produzieren können. Zudem verfügt es unter anderem über eine Intensivstation, ein Thermalbad, einen Operationssaal, eine Zahnarztpraxis und eine vollständige Apotheke. Die Entsendung des Schiffes stellt laut Vizeadmiral Fonseca Júnior die größte Anstrengung der Marine zugunsten der Bevölkerung des Staates dar.

Neben Menschen auch 10.000 Tiere gerettet

Laut Nachrichtenagentur Agência Brasil sind in dem Bundesstaat, der flächenmäßig fast so groß wie Italien ist, beinahe 90 Prozent aller Städte von den Hochwassern betroffen. Viele Gemeinden waren von der Strom- und Wasserversorgung abgeschnitten. Auch die Telefon- und Internetverbindungen wurden vielerorts unterbrochen. Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva kündigte ein Hilfspaket von mehr als 50 Milliarden Reais (knapp 9 Milliarden Euro) für die Region an. Bisher wurden laut Zivilschutz über 76.000 Menschen und über 10.000 Tiere gerettet.

Auf der Südhalbkugel der Erde ist jetzt Herbst, Überschwemmungen kommen im Süden Brasiliens um diese Zeit immer wieder vor. Nach Einschätzung von Wissenschaftlern erhöht sich durch den Klimawandel allerdings deren Häufigkeit und Intensität.

© dpa-infocom, dpa:240511-99-994582/3