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Kopfgeld für Dachse ist in Engstingen im Gespräch

Engstingen hat seine Jagdbögen neu verpachtet, die alten Pächter kamen wieder zum Zuge. Neu ist, dass die Jäger künftig Dachsschäden bezahlen müssen. Im Gemeinderat wurde sogar eine Prämie für jeden erlegten Grimbart angesprochen.

Meister Grimbart ist bei den Engstinger Landwirten unbeliebt.
Meister Grimbart ist bei den Engstinger Landwirten unbeliebt. Foto: Carsten Rehder/dpa/dpa
Meister Grimbart ist bei den Engstinger Landwirten unbeliebt.
Foto: Carsten Rehder/dpa/dpa

ENGSTINGEN. Herrscht in Engstingen eine Dachsplage? Belastbare Erhebungen liegen nicht vor, aber bei der Neuverpachtung der Engstinger Jagdbögen wurde von den Jagdgenossen – den Besitzern der zu bejagenden Flächen, oft Landwirte – gefordert, auch den durch Dachse angerichteten Schaden, wie bei Wildschweinen, wildschadenspflichtig zu machen. Soll heißen, die Jäger müssten für Dachsschäden bezahlen. Dass es den Landwirten finanziell nicht gut geht, haben sie ja mit Traktorendemonstrationen vernehmlich mitgeteilt, da hilft jeder Euro. Dachsschäden wurden daher in die Jagdpachtverträge aufgenommen. Gesetzlich haften Jäger nur für Schäden durch Schalenwild und Wildkaninchen.

Jetzt gräbt der Einzelgänger Dachs ja anders als eine Rotte Wildschweine nicht flächendeckend Wiesen und Äcker um. In Engstingen scheinen sich also mehr Grimbärte zu tummeln, als vermutet. Im Gemeinderat wurde daher der Vorschlag gemacht, eine Prämie pro erlegtem Dachs auszuloben, um die Jägerschaft zu motivieren. Der pragmatische Vorschlag wurde allerdings nicht weiter verfolgt.

Die Engstinger Jagdbögen haben alle ihre Jäger gefunden, im Wesentlichen haben die alten Pächter wieder zugegriffen. Ein Altpächter bleibt, hat aber Verstärkung bekommen. In Engstingen wird für den Hektar Wald 15,34 Euro bezahlt, für den Hektar Feld 1 Euro inklusive Umsatzsteuer. (GEA)