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Klimastation Engstingen: Subtropischer Spätsommer mit vielen Gewittern

Der warme Spätsommermonat brachte noch einmal Wärme. Aber auch zahlreiche Schauer und Gewitter.

Entwurzelte Bäume, abgebrochene Baumkronen, abgedeckte Dächer, zerstörte Gärten: Schäden nach dem Unwetter am 25. August. Foto: Cordula Fischer
Entwurzelte Bäume, abgebrochene Baumkronen, abgedeckte Dächer, zerstörte Gärten: Schäden nach dem Unwetter am 25. August.
Foto: Cordula Fischer

ENGSTINGEN. Der Spätsommer glich in diesem Jahr deutlich dem Hochsommer. Viele schwülwarme Tage mit Hitzetemperaturen über 30 Grad Celsius, immer wieder Schauer und zahlreiche Gewitter mit Hagel und Sturmböen machten den August abwechslungsreich aber auch fordernd, für den Körper und für die Rettungsdienste.

Den fünf Hochs des Monats standen immerhin zehn Tiefs gegenüber. Diese Tiefs hatten für die Jahreszeit zum Teil intensive Wettervorgänge zur Folge. Hervorgerufen wurden sie oft durch die sehr hohen Mittelmeer-Temperaturen. Aus Südwesten gelangte so des Öfteren extrem feuchte Sommerluft bis in unsere Region, in Verbindung mit den hohen Temperaturen brodelte es dann heftig in der Wetterküche.

Dabei war es in der ersten Augustdekade noch ziemlich ruhig, es wurden noch keine Sommertage (ab 25 Grad) notiert und auch noch keine Gewitter. Ab dem 11. August startete jedoch eine Hitzewelle, die schließlich am 24. des Monats endete. Es war seit 20 Jahren die längste Hitzewelle in einem August.

Am 19. August wurde mit 32,3 Grad die höchste Monatstemperatur gemessen. An vielen Tagen bildeten sich Quellwolken, aus denen dann häufig Gewitter wurden. Eine massive Gewitterfront aus der Schweiz kommend mit viel Mittelmeerwasser war am Abend des 24. das Wetterhauptereignis des Monats. Mit Sturmböen von 110 bis 130 Kilometern pro Stunde fegten die Gewitterwolken über die Albhochfläche.

Auf dem exponierten Weinstein (825 Meter über Normalnull) auf Sonnenbühler Gemarkung wurde mit 174 Stundenkilometern deutschlandweit die stärkste Windböe registriert. Das Unwetter richtete größere Schäden in der gesamten Region an, am stärksten waren die Wälder betroffen.

Die letzten Augusttage waren danach deutlich kühler mit vielen Regentagen. In den Vorhersagekarten deutete sich jedoch mehr Hochdruckeinfluss in der ersten Septemberhälfte an. Das wäre dann das Signal für den sogenannten Altweibersommer. Mit einer mittleren Temperatur von 17,3 Grad war der August 2023 um 1,2 Grad wärmer als im Mittel im Zeitraum 1991 bis 2020. Es gab sechs Hitzetage (normal zwei) und 14 Sommertage (normal neun). Die Sonne schien 209 Stunden lang (94 Prozent), an Niederschlag fielen 122 Millimeter (128 Prozent).

Auch der meteorologische Sommer (Juni bis August) war warm. Die Durchschnittstemperatur lag bei 17,5 Grad (+1,6 Grad), die Sonne schien an 842 Stunden (normal 678). Nach dem Vorjahr war es der sonnigste Sommer seit vielen Jahren. An Niederschlag fielen 285 Millimetern (normal 302). An zehn Hitzetagen gab es über 30 (normal vier), an den 31 Sommertagen über 25 Grad (normal 24). (GEA)

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