DETTINGEN. Wer am Dettinger Bahnhof mal muss, der hat ein Problem: Die Toilettenanlage ist geschlossen. Und daran werde sich laut Bürgermeister Michael Hillert zu seinem Bedauern wohl auch nichts ändern, wie er einem Bürger bei der Einwohnerfragestunde mitteilte. Der ist direkter Anwohner des Bahnhofs und kann von abenteuerlichen Geschichten von Menschen erzählen, die in der Verzweiflung im Gebäude von »Sorglos wohnen« klingelten oder den Hausmeister um Hilfe baten. Geschlossene Toiletten seien kein Dauerzustand, so der Dettinger, zumal in deren Bau einst viel Steuergelder geflossen seien.
»Ich bin ganz bei ihnen«, meinte der Bürgermeister. Aber die Gemeinde habe immer wieder große Summen aufbringen müssen, um die Folgen von Vandalismus gerade am Bahnhof zu beseitigen. Daraufhin hatte sich der Gemeinderat gegen diese außerplanmäßigen Ausgaben entschieden: »Wir können sie uns nicht mehr leisten«, machte Hillert deutlich.
Nur für Veranstaltungen geöffnet
Zerstörung und eine nicht akzeptable Nutzung von Toiletten sei ein großes Problem, deren Zustand sei selbst im Rathaus mehrfach eine Katastrophe gewesen. Die Konsequenz: Sie sind nun tagsüber abgeschlossen und werden nur für Veranstaltungen geöffnet. Aus demselben Grund wurden die Öffnungszeiten der Toiletten am Friedhof eingeschränkt, sie sind ab 17 Uhr nicht mehr zugänglich. Es tue ihm weh, so Michael Hillert, wenn er sehe, wie mit vielen Dingen umgegangen werde. Die Gemeinde könne (und wolle) sich jedoch eine stete intensive Reinigung der Toiletten nicht mehr leisten, eine Instandsetzung in finanziell klammen Zeiten erst recht nicht: »Die Zeiten, in denen alles wieder gerichtet wird, sind vorbei.« (GEA)