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Weiter Streit um Vorgehen gegen Kormoran am Bodensee

Nach dem Ende der Gespräche zwischen Experten im Dialogprozess »Kormoran und Fisch« sehen Naturschutzverbände weiteren Klärungsbedarf beim weiteren Vorgehen gegen die Vögel am Bodensee. Ein »Arbeitspapier« mit 84 »zentralen Fragestellungen« habe zwar in einzelnen Teilpunkten zu einer Klärung beigetragen, sei aber in der Gesamtheit zu wenig ausgewogen, teilten mehrere Natur- und Umweltschutzverbände am Freitag in Stuttgart mit.

»Die Anliegen der Biodiversität und insbesondere des Fischartenschutzes werden im «Arbeitspapier» ungenügend berücksichtigt«, erklärten unter anderem Nabu und BUND Baden-Württemberg. Das eigentliche Ziel eines länderübergreifenden Vorgehens dürfe nicht die Reduzierung der Anzahl der Kormorane sein.

Fischer am Bodensee fordern seit Jahren ein schärferes Vorgehen gegen den Kormoran, weil sie die Vögel zunehmend als Konkurrenz bei immer geringeren Fangmengen sehen. Gut ein halbes Kilo Fisch können die Zugvögel am Tag verspeisen, während die Netze der Fischer immer leerer werden. Naturschützer lehnen Abschüsse der vor wenigen Jahrzehnten noch gefährdeten Zugvögel dagegen weitgehend ab.

Bei dem Dialogprozess »Kormoran und Fisch« befassten sich erstmals Fachleute von Behörden und Verbänden aus den unterschiedlichsten Bereichen und aus den Anrainerstaaten mit dem Thema. Das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium in Baden-Württemberg hatten das Format ins Leben gerufen. Es habe zur Versachlichung des Themas beitragen, erklärten Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) und Umweltministerin Thekla Walker (Grüne).

Mitteilung Landwirtschaftsministerium

© dpa-infocom, dpa:231020-99-638360/2