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Verzögerung in Bochum - Dankert: Moment ausgereizt

Rund eine Stunde dauerte die Halbzeitpause beim Bundesligaspiel Bochum gegen Stuttgart - aus Sicherheitsgründen. Der Schiedsrichter und der VfL verteidigen die lange Verzögerung.

VfL Bochum - VfB Stuttgart
Stuttgarts Trainer Sebastian Hoeneß (l.) spricht mit Schiedsrichter Bastian Dankert (r) Foto: David Inderlied/DPA
Stuttgarts Trainer Sebastian Hoeneß (l.) spricht mit Schiedsrichter Bastian Dankert (r)
Foto: David Inderlied/DPA

Laut Schiedsrichter Bastian Dankert war die lange Verzögerung des Anpfiffs zur zweiten Halbzeit beim Bundesligaspiel zwischen dem VfL Bochum und dem VfB Stuttgart unumgänglich. »Das Regelwerk besagt, dass man nach 30 Minuten sagt: Sehen wir noch ein bisschen Licht am Ende des Tunnels oder nicht. Wir wurden nach 30 Minuten darüber informiert, dass es schon eine Möglichkeit gebe, dass wir das Spiel wieder fortsetzen können«, sagte der Schiedsrichter der Partie in der ARD: »Dementsprechend haben wir diesen Moment auch ausgereizt.«

Dankert hatte das Spiel am Samstagnachmittag nach der ersten Hälfte beim Stand von 0:0 zunächst nicht wieder angepfiffen, weil Gästefans Fluchttore und Rettungswege mit Zaunfahnen versperrt hatten. Erst nach einer Verzögerung von etwa 40 Minuten konnte es weitergehen. Das Spiel gewann am Ende Bochum mit 1:0.

Der VfL Bochum ließ in einem Statement am späten Samstagabend verlauten: »Eine Fortsetzung des Spiels wäre grob fahrlässig, im Ernstfall wären Menschenleben in Gefahr gewesen.« Die Banner hätten aber soweit gelockert werden können, »dass eine Entfluchtung unter Mithilfe von verstärktem Personaleinsatz wieder gewährleistet« gewesen sei. Danach habe auch die Feuerwehr keine Einwände mehr gegen eine Spielfortsetzung gehabt.

VfB-Trainer Sebastian Hoeneß und einige Stuttgarter Spieler hatten mit den Fans gesprochen, um diese dazu zu bringen, die Zahnfahnen zu entfernen, jedoch zunächst ohne Erfolg. Offenbar argumentierten die Anhänger, die Fahnen hätten auch in der ersten Halbzeit schon am gleichen Platz gehangen.

Er könne sagen, »dass keiner gut ausschaut, wenn so eine Situation entsteht. Da haben wir alle - wir, die andere Seite - einfach kein gutes Bild abgegeben«, sagte Hoeneß. Auch Bochums Trainer Thomas Letsch meinte: »Ich finde das einfach unnötig. Ich möchte es mir gar nicht vorstellen, dass ein Spiel wegen einer so unnötigen Situation abgebrochen wird.«

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