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IRG Baden wirbt um Verständnis und Akzeptanz

Juden werden aus Sicht der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden für die israelische Regierung in Haftung genommen. Doch der Vorsitzende macht die Grenzen des Einflusses hiesiger Juden deutlich.

Rami Suliman, Israelitische Religionsgemeinschaft Baden
Rami Suliman, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden, spricht im Konzerthaus bei einer Gedenkstunde des Landtags von Baden-Württemberg für die Opfer des Nationalsozialismus. Foto: Uli Deck/DPA
Rami Suliman, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden, spricht im Konzerthaus bei einer Gedenkstunde des Landtags von Baden-Württemberg für die Opfer des Nationalsozialismus.
Foto: Uli Deck/DPA

Der Vorsitzende der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden (IRG Baden) hat angesichts der Proteste gegen das Vorgehen der israelischen Regierung im Gazastreifen für einen differenzierten Blick geworben. »Die jüdische Gemeinschaft hat keinen Einfluss auf die israelische Politik und ist auch nicht für diese verantwortlich«, schrieb Rami Suliman in einem Gastbeitrag für die »Badischen Neuesten Nachrichten« (Samstag). Die israelische Regierung treffe Entscheidungen aus innenpolitischer Sicht. »Das muss nicht immer die Sicht sein, die in der Diaspora, in den jüdischen Communitys außerhalb Israels vorherrscht.« Israel treffe Entscheidungen für das eigene Land, nicht für die Diaspora.

»Aus der geschilderten historischen und persönlichen Verbundenheit heraus aber betreffen die Geschehnisse im Nahen Osten die hier lebenden Jüdinnen und Juden unmittelbar und existenziell«, erklärte Suliman. »Das sollte die Mehrheitsgesellschaft wahrnehmen und akzeptieren.« Von elf Millionen Baden-Württembergern seien nur 10 000 jüdisch, also etwa ein Promille. »Die jüdische Minderheit darf nicht länger als Prellbock für die politischen Interessen wohlmeinender oder verblendeter Demonstranten und Diskutanten herhalten.«

Suliman betonte: »Wir in Baden werden den Konflikt nicht lösen können.« Man könne bloß diejenigen unterstützen, die an Lösungen arbeiten. »Was wir können ist, unser Leben hier gewaltfrei und in gegenseitigem Respekt vor dem Andersdenkenden zu führen.« Es gelte, unterschiedliche Meinungen auszuhalten, Interessen auszugleichen und Gemeinsamkeiten zu erkunden, so dass das Zusammenleben gut, sicher und angstfrei gelinge.

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© dpa-infocom, dpa:240511-99-994097/3