Dribbelkünstler Ritsu Doan könnte wie einst Nico Schlotterbeck, Matthias Ginter und Co. der nächste Millionen-Transfer für den SC Freiburg werden. Der japanische Nationalspieler ist in dieser Saison für die Badener so wertvoll wie nie. Ein Abschied nach drei Jahren ist zumindest nicht ausgeschlossen. Der 26-Jährige hat sich wahrscheinlich auf die Wunschliste einiger Clubs gespielt und kann am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) im Heimspiel gegen den 1. FC Union Berlin weiter für sich werben.
»Wenn man von einem perfekten Zeitpunkt für einen Abschied sprechen kann, ist es wohl der kommende Sommer - natürlich nur, falls das Angebot stimmt«, sagte Sportdirektor Klemens Hartenbach kürzlich gegenüber dem Kicker.
Trainer und Sportdirektor mit reichlich Lob
Trainer Julian Schuster hofft, »ihn noch möglichst lange« in seiner Mannschaft zu haben, wie er in der Pressekonferenz vor dem Union-Spiel betonte. »Er hat sich in dieser Saison noch mal stabilisiert und ist wichtig, im offensiven und im defensiven Bereich, er verteidigt aufmerksam«, lobte Schuster.
Zusammen mit Vincenzo Grifo führt Doan mit acht Treffern die vereinsinterne Torschützenliste an. Sechs Vorlagen kann der Japaner vorweisen - nur eine weniger als der italienische Linksaußen.
Legt er am Sonntag gegen die Eisernen und in den kommenden Wochen fleißig nach, dürften die Begehrlichkeiten weiter steigen. Doan tut laut Hartenbach gerade »alles dafür, in noch mehr Notizbüchern aufzutauchen«.
Da der dribbelstarke und technisch beschlagene Linksfuß, der 2022 von PSV Eindhoven verpflichtet wurde, »super wichtig« für den Sport-Club sei, werde der Verein aber auch »alles probieren, dass er bei uns bleibt«.
Möglicher Nachfolger steht schon parat
Zur Philosophie der Freiburger gehört es aber auch, immer mal wieder Transfereinnahmen für Spieler zu kassieren, die sich im Breisgau in den Vordergrund gespielt haben. Das waren zuletzt Kevin Schade und Mark Flekken, die zu Brentford nach England gingen. Oder davor Nico Schlotterbeck, Maximilian Philipp und Ginter (alle Borussia Dortmund).
In der Länderspielpause hat sich Doan durch einen 2:0-Sieg gegen Bahrain mit Japan für die Weltmeisterschaft 2026 qualifiziert. »Das ist schön für ihn, und es ist auch gut, dass er im zweiten Spiel nicht so lange gespielt hat und ausgeruht zurückgekommen ist«, sagte Schuster.
Die WM werde in Doans Karriereplänen eine wichtige Rolle spielen, meinte Hartenbach. Durch seine hohe Scorerquote in dieser Saison sei auch die Aufmerksamkeit in der Premier League gestiegen.
Einen möglichen Doan-Nachfolger hat der SC bereits im Winter verpflichtet. Der von Benfica Lissabon geholte Niklas Beste hat zwar bisher vor allem auf der linken Seite gespielt. Der ehemalige Heidenheimer ist aber perspektivisch auch für die rechte Seite vorgesehen.
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