Zukunftswerkstatt - Zum zweiten Mal trafen sich die »Köpfe für Reutlingen«, um die Stadt voranzubringen

»Köpfe für Reutlingen« mit guten Ideen

VON HANS JÖRG CONZELMANN

REUTLINGEN. Viele freie Plätze bei der zweiten Zukunftswerkstatt des Vereins »Köpfe für Reutlingen« im Dominohaus, dafür emsige Arbeitsatmosphäre bei den Workshops und tatsächlich Ergebnisse: Die Hochschule soll sich eine Woche lang mit Veranstaltungen an zwölf Stationen der Stadt präsentieren - täglich an unterschiedlichen Plätzen mit Mode- und Designschauen, Ausstellungen zur Geschichte und Mitmach-Aktionen fürs Publikum. Wann, steht noch nicht fest, vermutlich erst im nächsten Jahr.

Zweite Zukunftswerkstatt mit vielen freien Plätzen. Dennoch kamen am Ende gute Ideen zutage.
Zweite Zukunftswerkstatt mit vielen freien Plätzen. Dennoch kamen am Ende gute Ideen zutage. FOTO: Hans-Jörg Conzelmann
»Nicht nur eine Stadt mit einer Hochschule, sondern eine Studentenstadt«
 

»Reutlingen kann mehr« - unter diesem Motto trafen sich auch zum zweiten Mal Bürger aus den Bereichen Kunst, Hochschule, IHK und Kommunalpolitik, dieses Mal mit dem Thema »Textil, Design und Kunst«. Es waren deutlich weniger Beteiligte als bei der ersten Werkstatt - ferienbedingt, glauben die »Köpfe«-Leute.

Heiße Luft war es nicht, was die Beteiligten produzieren wollten. »Wie kriegen wir das gedreht, dass Reutlingen nicht nur eine Stadt mit einer Hochschule ist, sondern eine Studentenstadt?«, fragte sich zum Beispiel »Köpfe«-Mitglied Wolfgang Riehle. An der Antwort wird gearbeitet: Die Idee, die Hochschule in die Stadt zu holen, werde von Multiplikatoren vorangetrieben, die in der Kunstszene und vor allem in der Hochschule bei Professoren und Studierenden Werbung machen und Ansprechpartner suchen, hieß es. »Wir werden das umsetzungsreif planen« beteuert »Köpfe«-Chef Reiner App.

Ideen sind gefragt - auch bei der Darstellung der Textil- und Designgeschichte, die Wolfgang Riehle umriss. Auch schräge, wohl eher scherzhaft gemeinte Ideen haben ihren Platz wie seine eigene, die Echaz streckenweise bunt einzufärben, natürlich mit Lebensmittelfarbe, oder die Marienkirche von Christo einpacken zu lassen. Das Thema Kunst in Reutlingen jedenfalls lasse sich deutlich anders darstellen als mit übergroßen Insekten aus China, die eher als Marketingklamauk zu verstehen seien.

»Das Geld lieber für richtige Kunst ausgeben«
 

Riehle empfahl, Aktionen wie diese künftig zu lassen und das Geld lieber in »richtige Kunst« zu investieren. Großes Bedauern äußerte er über die gänzliche Abwesenheit von Kunst im Bürgerpark und in und an der Stadthalle - wohl eine Forderung seines Kollegen und Stadthallen-Architekt Max Dudler, der das Gesamtbild nicht gestört wissen will.

In den Workshops ging es um konkrete Maßnahmen, »um die Marke Kunststadt Reutlingen oder die Marke Textil- und Designstadt Reutlingen zu stärken«. Reiner App verwendete den Markenbegriff bewusst, schließlich geht es den »Köpfen« um Alleinstellungsmerkmale der Stadt, die überregional wahrgenommen werden. Man wolle Reutlingen zur »Drehscheibe« zwischen Stuttgart und der Schwäbischen Alb machen, sagte App.

»Köpfe«-Mitglied Dr. Alfred Haar präsnentierte die konkreten Themen für die bereits angekündigten Samstagsveranstaltungen auf dem Weibermarkt (siehe Box) als Ergebnis erster Überlegungen. Als Titel der Veranstaltungen wurde »Reutlinger Samstag - das sind wir« gewählt - auch dies programmatisch zu verstehen als thematische Leistungsschau des jeweiligen Themenblocks, aber auch als Plattform für Bürger, um mit den »Köpfen« ins Gespräch zu kommen und vielleicht selbst einer zu werden. (GEA)

Reutlinger Samstag

Samstag, 7. April, Weibermarkt mit Musik und Bewirtung und dem Thema »Besatzkonzept - welchen Handel wollen wir in die Stadt reinholen?«Samstag, 5. Mai, Weibermarkt, Thema E-Bikes. Samstag, 2. Juni, Weibermarkt, Thema Gastronomie mit jungen Köchen - Gastrojugend soll sich präsentieren. Samstag, 7. Juli, Weibermarkt, Thema »Textil, Design und Kunst«.Samstag, 4. August, Weibermarkt, Thema »Soziale Einrichtungen« - Organisationen sollen sich präsentieren, die selten öffentlich sichtbar sind. (GEA)

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