Volleyball - Müde gewordene Rottenburger besiegen VCO Berlin und entfernen sich aus dichtgedrängter Abstiegszone
Entspannt in die einwöchige Pause
VON MICHAEL GRIMM
TÜBINGEN. Sie haben noch einmal alle Kräfte gebündelt - und waren erfolgreich: Im elften Pflichtspiel innerhalb von sechs Wochen ließen sich die etwas müde gewordenen Bundesliga-Volleyballer des EnBW TV Rottenburg nicht aus der Bahn werfen, gewannen die Partie gegen VCO Berlin mit 3:1 (25:21, 25:23, 17:25, 25:18) und entfernten sich damit erstmals aus der dicht gedrängten Abstiegszone. »Man hat gemerkt, dass die Körner so langsam ausgehen«, sagte der Rottenburger Kapitän Matthias Pompe nach dem knapp zwei Stunden dauernden Match in der Tübinger Paul-Horn-Arena.
Bevor die Rottenburger ihre einwöchige Pause antreten durften, mussten sie sich noch einmal am Riemen reißen. Das größte Problem dabei war, gegen die nicht in Bestbesetzung angetretene Junioren-Nationalmannschaft mental so auf der Höhe zu sein, dass die Aufgabe nicht zu leicht genommen wird. Doch die »innere Haltung«, wie Trainer Hans Peter Müller-Angstenberger bemerkte, stimmte nicht immer.
»Aber, wir haben nach emotional schweren Wochen die zwei Punkte. Wie, das ist mir wurschtegal«, fügte der TVR-Coach an. Die Erleichterung, den dritten Saisonsieg bejubeln zu dürfen, überwog seinen Anspruch an ein perfektes Spiel. Im ersten Satz hatte das Bundesliga-Schlusslicht bis zum 18:18 mitgehalten, danach legten die Rottenburger ihre Konzentrationsschwäche ab und ließen nichts mehr anbrennen.
Im zweiten Satz, der von einigen Fehlentscheidungen der Schiedsrichter geprägt war, lagen die Hausherren vor rund 1 800 Zuschauern zunächst mit 13:16 und 18:19 im Hintertreffen. Aber erneut waren sie im Endspurt erfolgreich. Der dritte Satz ging nach einer 5:2-Führung total daneben. Müller-Angstenberger gönnte vor allem Pompe eine Pause und testete einige Variationen. Die lange Zeit Verletzten Thomas Ranner und Michael Neumeister erhielten dabei ein paar Kurzeinsätze.
In der Schlussphase zugelegt
Im vierten Satz und mit der Formation aus den ersten beiden Durchgängen, legten die Rottenburger bis zum 6:1 einen Blitzstart hin. Doch die jungen Berliner um ihren ganz starken Diagonalangreifer Philipp Arne Bergmann ließen sich nicht so leicht abschütteln. Beim 13:12 war der komfortable Vorsprung dahin. Bis zum 17:16 blieb es danach spannend - und erneut schaffte es der TVR, in der Schlussphase noch erfolgreich zuzulegen.
»Mit diesem Sieg lässt es sich entspannter in die Pause gehen, die jetzt zur richtigen Zeit kommt«, sagte Rottenburgs Diagonalangreifer Falko Steinke - und ergänzte, »die Freude auf die Pause war meine Motivation«. Am 30. Dezember tritt der TVR beim Pokalsieger Generali Haching an. (GEA)