Fussball
Interview  - Interimstrainer Andreas Urban über den SV 03 Tübingen als Herzensangelegenheit und das Spiel gegen Nehren

»Ich werde den Fußball nicht neu erfinden«

DAS GESPRÄCH FÜHRTE TOBIAS FISCHER

TÜBINGEN. Andreas Urban hat interimsmäßig das Traineramt beim abstiegsbedrohten Fußball-Landesligisten übernommen, nachdem sich der Verein und Robert Hofacker getrennt hatten. Am Sonntag (14.30 Uhr) kommt nach zwei Spielen ohne Niederlage der SV Nehren.

GEA: Bis zur Winterpause sind Sie Interimstrainer beim SV 03 Tübingen. Wie kam es dazu und warum haben Sie sich entschieden, dies zu machen?

Andreas Urban: Nach meiner Trainertätigkeit beim SV Pfrondorf wollte ich eigentlich aufhören. Im Sommer 2015 kam jedoch die Anfrage vom SV 03, zu meinem Heimatverein zurückzukehren. Meine Frau hatte mich animiert, es zu tun. Und so war die Entscheidung schnell gefallen: Der SV ist eine Herzensangelegenheit für mich. Das war auch ein Grund, warum ich nach der Trennung von Robert Hofacker zum Übergangstrainer wurde. Ich war bis zuletzt als Torwarttrainer dabei und bin im Besitz der B-Lizenz. Ich musste kurz überlegen, da es doch ein größerer Aufwand ist. Jedoch habe ich gesagt, dass ich es so lange mache, bis der Verein einen neuen Trainer gefunden hat. Zuerst hieß es vielleicht ein Spiel, jetzt mache ich es vorerst bis zur Winterpause.



Sie waren bereits im Trainerteam von Hofacker. Was machen Sie anders? Wie ist Ihre Herangehensweise?

Urban: Ich werde den Fußball sicher nicht neu erfinden. Wir hatten immer gute Trainings, konnten unsere Vorgaben in den Spielen aber nur selten umsetzen. Wenn man mehrere Nackenschläge einstecken muss, bleibt das in den Köpfen der Spieler irgendwann hängen. Getreu dem Motto: »Wenn der Wurm drin ist, ist er drin.« Ich kehre zu den Tugenden und unserem System aus der Bezirksliga-Meisterrunde zurück: Mit einfachem Fußball, Freude, viel Kampf und Einsatz wollen wir Spiele gewinnen. Dazu kamen natürlich viele Einzelgespräche. Das Spiel gegen Holzhausen hat mir natürlich perfekt in die Karten gespielt, was gleichzeitig so nicht zu erwarten war. Wir konnten unsere taktischen Vorgaben alle umsetzen, mit einem späten Tor haben wir uns zudem noch belohnt. Im Spiel gegen Gärtringen haben wir einen doppelten Rückstand egalisiert. Auf diese Erfolgserlebnisse wollen wir nun aufbauen.



Nun steht das Derby gegen Nehren an. Was erwarten Sie von dieser Partie?

Urban: Grundsätzlich ist es so, dass mir die Gegner egal sind. Wir müssen auf uns schauen und unsere Leistung in jedem Spiel abrufen. Spiele gegen Nehren waren in der Vergangenheit immer brisant, teilweise sogar hitzig. Die Statistik spricht, glaube ich, für uns. Zu Saisonbeginn war ich von den Vorstellungen des SV Nehren mehr als positiv überrascht. Die deutliche 1:5-Niederlage gegen die Young Boys hat mich nun schon ein wenig gewundert. Ich erwarte ein intensives Spiel, beide Teams benötigen die Punkte.

Würden Sie auch bis zum Saisonende Trainer bleiben, falls der SV 03 zeitnah keinen Nachfolger findet?

Urban: Da muss man abwarten, wie wir uns bis zur Winterpause schlagen. Der Verein ist aktiv auf der Suche nach einem Nachfolger. Falls alle Stricke reißen sollten, müssten wir nochmals miteinander reden. Ich hoffe auf eine gute Lösung für den Verein, in der ich mich natürlich auch wieder loyal ins zweite Glied im Trainerteam einreihen werde. (GEA)

Zur Person

Andreas Urban wurde am 25. September 1971 in Tübingen geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er wohnt in Grafenau bei Böblingen. Seine gesamte Jugend verbrachte Urban beim Nulldrei, als Aktiver wurde er in der Saison 1990/91 Bezirksliga-Meister mit den Unistädtern. Es folgten Stationen bei der TSG Tübingen, der TuS Metzingen und dem VfL Herrenberg. Im Trainergeschäft war Urban beim VfL Herrenberg und dem SV Pfrondorf tätig. Andreas Urban ist der Cousin von Spielleiter Michael Urban. (tob)

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