08.02.2012
Kirchenbezirk - Beim Nachbarschaftstreffen in Undingen diskutierten Frauen die Frage »Hauptsache gesund!?«
Über die Alb
Ohne Gesundheit ist alles Nichts
SONNENBÜHL-UNDINGEN. »Hauptsache gesund!?« Was steckt dahinter, wann ist man überhaupt gesund? Diesen und vielen anderen Fragen gingen die Frauen des Kirchenbezirkes Reutlingen bei ihrem Nachbarschaftstreffen in der Undinger Steinbühlhalle nach.
»In unserem Programm geht es etwas zweischneidig zu«, stellte Magdalene Eckert aus dem Vorbereitungsteam fest, mit Blick auf das »!« und das »?«. Wenn man gesund sei, könne man das Leben besser meistern. Doch was, wenn man nicht gesund ist? Ist das Leben dann trotzdem lebenswert und sinnvoll? Diese Frage kann man unter vielen Aspekten diskutieren - seien es physische, psychische oder auch mit Blick auf die Bibel.
»Wenn man noch aufstehen kann und sei Sächle noch schafft, das ist doch das Beste. Aber ist man dann schon gesund?«, fragte Brigitte Straßner, Klinikseelsorgerin am Zentrum für Psychiatrie in Hirsau. Sie ging der Frage nach, was es heißt, gesund zu sein und was (Seelen)-Heil ist. »Ohne Gesundheit ist alles Nichts«, sei die weitverbreitete Auffassung. Gesundheit ist eine wichtige Voraussetzung für viele Lebensgüter wie Arbeit, Beziehungspflege oder auch Freizeitgestaltung.
Zufriedenheit und Lebensfreude
Straßner lud auch zum Mitmachen ein und fragte: »Wann sind wir gesund?« Die erste spontane Antwort: »Wenn einem nix weh tut.« Dass hinter dem Begriff mehr steckt, wurde schnell klar. »Zufriedenheit, Lebensfähigkeit, Lebensfreude« - Antworten waren bald gefunden, die aufzeigten, wie vielfältig das Thema ist. »Gesundheit ist relativ«, betonte die Seelsorgerin, das zeigten auch unzählige Definitionen.
Dass Gesundheit mehr ist, zeige auch ein Blick in die Bibel. Am Beispiel des Markus-Evangeliums machte die Referentin deutlich, dass Jesus Krankheit nie als unabänderliches Schicksal gesehen habe. Der Glaube folge nicht den Wundern, sondern: »Der Glaube, das Vertrauen, geht dem Wunder voraus«, betonte Straßner. Die Dimension des Glaubens und die Dimension des Heilens seien untrennbar miteinander verbunden. Glaube ohne heilenden Charakter sei sinnlos.
Straßner fragte auch nach der »Kraftquelle« der Gesundheit. »Humor« wurde an oberster Stelle vom Publikum genannt. Mit diesem Thema setzte sich die Seelsorgerin der Tübinger Kinderklinik, Gisela Schwager, auseinander: »Was in der Krankheit trägt: Spiritualität und Humor.« Wie wichtig Lachen ist, demonstrierte Christel Rückgaber, Projektleiterin von »Clowns im Dienst« in Tübingen gemeinsam mit Clownin Pipolina.
Dass die Veranstalter in diesem Jahr den Nerv der Gäste getroffen hatten, zeigte der rege Zuspruch. Die Halle war gut besetzt. Die Verantwortlichen hoffen jetzt auf eine gute Fortsetzung: Morgen um 9.30 Uhr begibt sich Dr. Beate Jakob, Ärztin und Theologin am Deutschen Institut für ärztliche Mission (Difäm), auf eine »Suche nach Gesundheit bei uns und anderswo auf der Welt«. Mit einem Impulsvortrag von Michael Hägele »Heil sein und Heil werden« und einem Gottesdienst mit Salbung und Segnung endet die Veranstaltung. Der Reutlinger Klinikseelsorger biete im Steinenbergklinikum diese Art von Gottesdiensten an, erklärt die Organisatorin, Pfarrerin Christine Höring. In sechs Gruppen soll das Ritual auch für die Frauen in Undingen erlebbar werden. (leua)
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