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Kunst - In der Münsinger Zehntscheuer sind Arbeiten des Gächinger Medienkünstlers Wolf Nkole Helzle zu sehen

Die Menschen im Mittelpunkt

MÜNSINGEN. Der Einzelne ist kaum mehr als ein Punkt, einer von vielen. Er ist aber auch ein wichtiges Detail, das beiträgt zum Verständnis des Ganzen. »Ich bin wir« hat der in Gächingen lebende Medienkünstler Wolf Nkole Helzle seine Arbeit betitelt, die in der Zehntscheuer in Münsingen jetzt erstmals öffentlich gezeigt wird. Er variiert darin das große Thema, das ihn seit Jahren beschäftigt und in viele Länder der Erde geführt hat - den Zusammenhang zwischen Individuum und Kollektiv, zwischen dem Ich und dem Wir.

Gesichter kommen, Gesichter gehen: »... und ich bin ein Teil« hat der Gächinger Medienkünstler Wolf Nkole Helzle seine Arbeit zum Münsinger Stadtjubiläum genannt.
Gesichter kommen, Gesichter gehen: »... und ich bin ein Teil« hat der Gächinger Medienkünstler Wolf Nkole Helzle seine Arbeit zum Münsinger Stadtjubiläum genannt. FOTO: Christine Dewald

Kein Ganzes ohne Teile

Im oberen Stockwerk des Kunstraums präsentiert Helzle auf einer Art großer Thorarolle einen »lapidar erscheinenden Glaubenssatz«, wie in seiner Einführung zur Ausstellung Clemens Ottnad sagte, der Leiter des Kunstvereins Reutlingen. Der zweite Blick offenbart, dass die Buchstaben aus »Personenpixeln« (Ottnad) bestehen, aus Menschen, die Helzle aus einem eigens konstruierten Turm von oben fotografiert hat.

Dass auch das Ganze, das Ganzgeglaubte »nur aus vielen Teilen zu bestehen vermag«, sieht Ottnad in den Arbeiten im unteren der drei Zehntscheuer-Dachstöcke verwirklicht: Die Portraits der hier Abgebildeten sind in Einzelaufnahmen aufgerastert, jede aus einer anderen Höhe und einem anderen Blickwinkel gemacht. »Points of View« (Standpunkte) nennt der Gächinger Medienkünstler diese 360-Grad-Fotografie, die er mit dem Stuttgarter Fotografen Luca Siermann entwickelt hatte.

Viele Ausstellungsbesucher zog es am Sonntag in den mittleren Stock. Dort sind als Projektion auf einer großen Leinwand 1 244 Gesichter von Menschen zu sehen, die aus Münsingen sind oder zu dieser Stadt in Beziehung stehen, Kinder, Erwachsene, alte Menschen, ein Gesicht sich aus dem anderen entwickelnd. Diese fotografische Sammlung ist der Beitrag des Künstlers zum Münsinger Stadtjubiläum im vergangenen Jahr, der Versuch zu ergründen, »was Münsingen im Jahr 1200 der Stadtgeschichte ausmacht«, wie Bürgermeister Mike Münzing in seiner Begrüßung sagte. (dew)

Ich bin wir


Die Ausstellung in der Zehntscheuer ist bis 18. Juli samstags von 16 bis 18 Uhr, sonntags von 11 bis 18 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung zu sehen.

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