Feuerwehr - Sonnenbühler wehren sich gegen unberechtigte Kritik. Mehr Öffentlichkeitsarbeit. Starke Jugendabteilung

Breites Spektrum an Hilfeleistungen

VON GABRIELE LEIPPERT

SONNENBÜHL. Ölspuren beseitigen, Türen öffnen, Tiere retten und Brände löschen – 43 Einsätze verzeichnete Sonnenbühls Feuerwehr 2016. Sieben Menschen konnten dabei aus einer Zwangslagen gerettet werden, für einen kam jede Hilfe zu spät. Zahlreiche Aktivitäten wie Christbaumsammeln, ein Tag als Berufsfeuerwehrmann oder Koordinatenfahrt absolvierte auch die 27 Mitglieder starke Jugendfeuerwehr. Dass der größte Teil des Nachwuchses der aktiven Wehr aus den Reihen der Jugendfeuerwehr stammt, darauf ist Joachim Maier stolz, der sein Amt als Jugendwart nach zwölf Jahren nun an Kevin Werz mit Stellvertretern Thomas Fink und Marcel Sauer abgibt.

Geehrte und Beförderte mit  Bürgermeister Uwe Morgenstern  (links) und Kreisbrandmeister Wolfram Auch(rechts).
Geehrte und Beförderte mit Bürgermeister Uwe Morgenstern (links) und Kreisbrandmeister Wolfram Auch(rechts). FOTO: Gabriele Leippert
Stefan Leibfritz wurde zum Kassenprüfer gewählt, Joachim Maier rückt in den Hauptausschuss nach. »Die Einsatzzahlen werden von Jahr zu Jahr höher«, erklärte Kommandant Marc Schneider und betonte, dass seine Feuerwehr mittlerweile ein enorm breites Spektrum an Hilfe abdecke. Um all dem gerecht zu werden, absolvierten die Wehrmänner etliche Lehrgänge, legten Leistungsabzeichen ab oder bestanden die Lkw-Führerscheinprüfung.

Die 132 Feuerwehrleute seien sehr motiviert, hielten sich bei Übungen, Seminaren und Lehrgängen für die Bewältigung dieser Einsätze fit, seien durch ihre Funkmeldeempfänger rund um die Uhr erreichbar, und rückten oft ohne Rücksicht auf sich und ihre Familien bei Wind und Wetter aus, lobte Kommandant seine Männer. Dennoch: »Unschöne Kritik an uns« nehme aus welchen Gründen auch immer zu. Mal seien zu viele Fahrzeuge und Männer am Einsatzort oder brauche man zu lange, lösche mit zu viel Wasser oder schalte das Martinshorn nachts nur ein, um die Bürger zu wecken-. Anstelle von Dank für die Hilfe gebe es immer öfters Vorwürfe und werde das Ehrenamt nicht geschätzt. »Dieser Trend motiviert uns leider ganz und gar nicht«, stellte Schneider klar, der noch mehr in die Öffentlichkeitsarbeit investieren will.

Auch Bürgermeister Uwe Morgenstern gefiel diese oft unbedachte Kritik von Bürgern nicht. Die Gesellschaft werde kritischer, auch die Arbeit des Gemeinderats oder der Verwaltung leide manchmal darunter. Im Zweifelsfall sei es immer besser, großzügig zu alarmieren, als einmal am Einsatzort unterbesetzt zu sein, betonte er. Die Feuerwehr habe bewiesen, dass sie leistungsfähig sei und unbürokratisch Hilfe bieten könne: »Danke für dieses beileibe nicht selbstverständliche Engagement«. Die Gemeinde habe der Wehr deshalb auch 200 000 Euro für einen neuen Mannschaftstransportwagen und zwei Wärmebildkameras bewilligt.

Bürgermeister dankt persönlich

Auch ganz persönlich durfte sich Uwe Morgenstern bei den Feuerwehrleute bedanken, hatten sie doch durch ihren beherzten und besonnenen Einsatz verhindert, dass aus einem Zimmerbrand im Haus des Bürgermeisters ein größerer Schaden entstanden war. Man müsse die Arbeit der Feuerwehr tatsächlich intensiver in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stellen, stimmte Kreisbrandmeister Wolfram Auch den Worten des Kommandanten zu. »Die Feuerwehr leistet einen hohen Schutz für die Bürger und riskiert manchmal ihr Leben«.

Auch der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands ging auf die Kritik ein. »Wir wollen zukünftig Lehrgänge für die Präsentation der Wehr in der Öffentlichkeit anbieten«, so Gunter Hespeler.

Anerkennung für das Ehrenamt

Für 25 Jahre »pflichtgetreuen Einsatzdienst bei der Feuerwehr« wurden Alexander Flad und Kommandant Marc Schneider mit dem Ehrenzeichen des Landes in Silber ausgezeichnet. Das Ehrenzeichen in Gold für vierzig Jahre Dienst bekommt Karl Heinz Rau. Joachim Maier, Wolfgang Haug und Patrick Hörtig überraschte Kreisjugendwart Andreas Heinlin damit, dass er sie für ihre langjährige Arbeit für die Jugend mit der Ehrennadel der Jugendfeuerwehr in Silber auszeichnete. Von den Jugendlichen selbst sowie seinem Nachfolger erhielt Maier zudem ein Riesenbild aller Kids nebst ihren Unterschriften auf einem Stück Schlauch und einem Geschenkkorb. Für 20 Jahre Mitarbeit im Hauptausschuss wurde Karl Heinz Dreher mit einer Urkunde und zwanzig Sonnentalern bedacht. Für 40 Jahre Treue zur Feuerwehr gab es für Dieter Dreher eine Urkunde und zwanzig Sonnentaler, ebenso für Ewald Herrmann und Herrmann Hörig, die seit fünfzig Jahren dabei sind, sowie Eugen Möck, der seit 65 Jahren bei der Feuerwehr ist. Joachim Maier und Michael Saur wurden zu Brandmeistern befördert. (lpt)

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