Tübingen
Telekom - Konzern will in Ofterdingen nur eins von drei Häuschen erhalten. Einsatz der Gemeinde vergebens

Ofterdinger Telefonzellen kommen weg

Von Joachim Kreibich

OFTERDINGEN. Der Protest hat nichts genützt. Zwei der drei Telefonzellen in Ofterdingen kommen weg. Die Telekom hat dem Rathaus mitgeteilt, dass die Häuschen in der Endelbergstraße 6 und auf Höhe der Steinlachstraße 31 abgebaut werden.

Die auf Höhe Steinlachstraße 1 darf bleiben,  die beiden anderen im Ort werden abgebaut. Zumindest die gelben Häuschen sind ohnehin ein Auslaufmodell.  GEA-FOTO: -JK
Die auf Höhe Steinlachstraße 1 darf bleiben, die beiden anderen im Ort werden abgebaut. Zumindest die gelben Häuschen sind ohnehin ein Auslaufmodell. FOTO: Joachim Kreibich
Die Zelle in der Endelbergstraße hätte sowieso erst mal weichen müssen, weil an der Brücke gebaut wird. Der Aufwand, sie danach wieder aufzustellen, sei zu hoch, ließ die Telekom wissen. Ohnehin stünden die Kosten für Strom, Reinigung, Wartung und Entstörung in keinem Verhältnis zu den Einnahmen.

»Mit Befremden registriert«

Einzig verbleibende Möglichkeit für solche, die kein Handy in der Tasche haben, bleibt das Telefon-Häuschen in der Steinlachstraße 1. Eine Bestands-Garantie gibt's dafür aber nicht. Die Telekom teilte mit, sie hoffe, dass durch den Abbau der anderen der verbleibende Standort gestärkt werde.



Die Gemeinderäte hatten bei Bekanntwerden der Pläne vorigen Sommer eine »Mindest-Versorgung« reklamiert (wir berichteten). Bürgermeister Joseph Reichert wandte sich in einem Schreiben an den Konzern und bat, die Entscheidung zu revidieren. Ruth Blaum (SPD) hätte es lieber gesehen, wenn die Zelle an der Bushaltestelle erhalten würde. Willi Möck (FWV) schwante im vergangenen Jahr schon, dass Telefonzellen im Handy-Zeitalter auf der Liste der aussterbenden Arten stehen, und befand ironisch: »Am besten wär' ein Standort gleich neben dem Museum.«

Der Bürgermeister sieht keine Chance, die Entscheidung noch umzustoßen, kündigte aber an: »Ich werde denen schreiben, dass wir es mit Befremden zur Kenntnis genommen haben.« (GEA)



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