Markt - Rosen, Kunst und ein verkaufsoffener Sonntag lockten Tausende Besucher bei bestem Wetter nach Mössingen

Tausende Besucher beim Mössinger Rosenmarkt

VON ANDREAS STRAUB

MÖSSINGEN. Warum kommt die Rose ums Verrecken nicht? Hätte man sie umtopfen müssen? Oder ist der Boden zu trocken? Wann blüht sie, und wie duftet sie? Fragen wie diese am Stand der Gartenbaumschule Schlotterbeck aus Betzingen waren überall auf dem Mössinger Rosenmarkt zu hören.

Die Gomaringerin Eva Schönwald riecht beim Mössinger Rosenmarkt an einem Pracht-Exemplar. Foto: Straub
Die Gomaringerin Eva Schönwald riecht beim Mössinger Rosenmarkt an einem Pracht-Exemplar. Foto: Straub
Ob Einsteiger oder erfahrener Hobbygärtner, fasziniert sind sie alle von den farbenfrohen und duftenden Blumen. Viele kauften zunächst und ließen die Errungenschaften am Stand, um weiter zu schlendern. »Ich komme jedes Jahr und suche mir gleich früh die besten aus«, sagte Gudrun Walz aus Ofterdingen. Wer nicht rechtzeitig da, verpasse die besten Angebote. Bereits um 10 Uhr morgens, eine Stunde vor der offiziellen Öffnung, berichteten einige der insgesamt 60 Händler, seien zahlreiche Besucher auf dem Rosenmarkt gewesen. »Thema Nummer eins ist der Duft«, sagte Martin Großmann von der Gartenbaumschule. Mössingen sei ein guter Markt mit vielen Stammkunden. »Dieses Jahr leiden viele unter dem strengen Winter und dem späten Frost im Frühjahr«, so Großmann. Wenn die Rosen zurückgeschnitten worden seien, hätten sie sich mittlerweile gut erholt. »Oft wird die falsche Sorte am falschen Standort gepflanzt«, beschreibt er einen häufigen Fehler. Die Umgebung sollte luftig sein. »Schottergärten von Neubauten sind wegen der Wärmebildung von unten der sichere Tod für jede Rose«, sagte Großmann. Die vielen erfahrenen Gärtner kauften gerne Edelrosen und Kletterrosen. Neulingen riet er zu robusten Kleinstrauchrosen: gesund, pflegeleicht und duftend. Davon überzeugte sich zum Beispiel Eva Schönwald aus Gomaringen, die zusammen mit ihrer Tochter den Markt jedes Jahr besucht. Sie haben selbst Rosen im Garten und verfahren nach dem Motto: »Eine Rose findet sich immer.« Andere Aussteller boten Hausbäume, Hortensien, Topfpflanzen für den Balkon, Rankhilfen, Pflanzgefäße und Accessoires an. Der Besucherandrang war riesig, die Atmosphäre bei sommerlich warmen Temperaturen entspannt. Manche klagten, kaum einen Parkplatz gefunden zu haben. Die von der Stadt ausgewiesenen Flächen waren bereits zur Eröffnung um 11 Uhr recht voll. Flohmärkte ringsum und die am Nachmittag geöffneten Einzelhandelsgeschäfte lockten zusätzlich. Viele Kinder vergnügten sich auf dem angrenzenden Spielplatz oder bei Mitmach- und Sportangeboten. Es gab eine große Auswahl an Essen und Trinken. Um die Mittagszeit bildeten sich teils lange Schlangen vor den Zelten. Die Musikvereine Mössingen und Talheim spielten auf. Besonders bei Damen beliebt war bei der Gärtnerei Sinner der Rosensekt. In die Gläser gab es Sekt und einen Schuss Rosenlikör, garniert mit Rosenblättern. Zwischen blumigen Ständen fanden sich viele Künstler, die ihre Möbel, Windspiele, Figuren für die Wohnung oder den Garten, Fotografien und Bilder zeigten.

»So wird aus den umweltverschmutzenden Dingern etwas Schönes«
 
Großer Andrang herrschte am Stand von Kirsten Stiegler aus Bad Niedernau. Sie stellt aus alten Nespresso-Kapseln schöne Halsketten, Ringe, Taschen und kleine Kunstwerke her. »So wird aus den umweltverschmutzenden Dingern noch etwas Schönes«, sagte Stiegler. Gleich gegenüber interessierte sich eine Reutlinger Familie für Holzkunstwerke. »Würde die Skulptur in unseren Garten passen?«, fragte Mark Notz. Seine Ehefrau Corinna und die beiden Töchter waren sich unsicher. Die beiden Mössinger Aussteller Simon und Manuel Kauth gaben bereitwillig Auskunft. Sie sind in ihren Hauptberufen Chemiker und Baustoffhändler und erst im dritten Jahr auf dem Rosenmarkt mit kunstvoll verarbeiteten Holzstücken, Baumstämmen und Wurzelknollen vertreten. Aus ihrem Hobby ist ein Nebenerwerb entstanden. »Wir haben erst vor drei Jahren angefangen und hatten gleich das Glück, auf dem Rosenmarkt anbieten zu können«, sagte Manuel Kauth. Viele Auswärtige müssten jahrelang warten. Die beiden Mössinger Cousins haben ihre eigene Technik entwickelt, das Holz zu behandeln. »In der Trockenkammer kann es manchmal zu oberflächlichen Rissen kommen, das ist normal«, erklärte Manuel Kauth. Das Holz erhalten sie von Bekannten, immer aus der Region. Ihr möglicher Kunde Notz hat eine Idee. Die Familie habe vor einiger Zeit im Garten einen Kirschbaum gefällt und einen Teil des Stammes aufbewahrt. Sein Wunsch, gewissermaßen das Holz zu liefern und daraus eine Skulptur zu machen, geht klar. (GEA)


 
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