Szene Aktuell - Die Konzertkritiken - Die irische Musikerin begeistert im "Hirsch" mit ihrer Art, ihrem Entertainment und ihrer Musik

Vielseitiger, grandioser Auftritt

VON HANS-JOACHIM KOCH

GLEMS. Zurecht stolz können die Programmacher des Kulturvereins z.B. Glems auf die Verpflichtung der irischen Musikerin Eleanor McEvoy für einen Auftritt im »Hirsch« sein. Gilt sie doch seit der Veröffentlichung des meistverkauften Musik-Albums in der Geschichte der irischen Charts, »A Woman’s Heart« aus dem Jahr 1992, dessen Titelsong von ihr für Mary Black geschrieben wurde, als Star der zeitgenössischen irischen Folkmusikszene.

Eleanor McEvoy begeisterte das Publikum im "Hirsch" mit ihrem Gesang und Geigenspiel. FOTO: KOCH
Eleanor McEvoy begeisterte das Publikum im "Hirsch" mit ihrem Gesang und Geigenspiel. FOTO: KOCH
Bevor sie sich entschloss, freiberufliche Musikerin und Songschreiberin zu sein, studierte sie Violine und Klavier am Dubliner Trinity College und war danach vier Jahre als Violinistin beim National Symphony Orchestra angestellt. Ihre Musik lässt sich nicht auf Folk reduzieren. Stilistisch Abwechslungsreich ist ihr Programm auf der Tour 2017, das überwiegend aus ihrer CD »Naked Music« stammt.

Folk, Blues, Jazz und auch rockige Stücke. Ihre Lieder beschäftigen sich mit den Menschen, ihrem Alltag, ihren Gewohnheiten und Sorgen und Ängsten. Allerdings nicht mit denen vor hundertfünfzig Jahren, sondern mit den heutigen, den aktuellen. Sie gehen unter die Haut, sie berühren, rütteln wach, aber sie können auch amüsant, witzig und romantisch sein. Und das ist Folkmusik im besten Sinne.

McEvoy bestreitet den Auftritt alleine und begleitet sich mit Akustikgitarre, Elektrogitarre, Klavier und Violine zu ihrer klaren und kraftvollen Stimme. Zwei Streichholzschachteln dienen bei einem Stück als Shaker-Ersatz. Coversongs von den Pointer Sisters und den Beach Boys werden geboten – und besonders gelungen »True Colors« von Cyndi Lauper, bei dem man kaum merkt, dass es sich nicht ums Original handelt. Eleanor McEvoy wurde einmal in einem ihrer Konzerte gefragt, was der Unterschied zwischen der irischen Fiddle und der Violine ist. Es gibt keinen.

Das beweist sie den Zuhörern im »Hirsch« durch ein Stück Klassik auf der Violine, um danach auf dem demselben Instrument ein Stück irischer Folklore mit jauchzender Fiddle zu präsentieren.

Spätestens jetzt geben sich auch die Fans der irischen Folklore aus dem Publikum lautstark durch Fußstampfen, rhythmisches Klatschen und Johlen zu erkennen. Ihr größter Erfolg »Only A Woman’s Heart« darf natürlich nicht fehlen und beendet den regulären Teil des Konzerts. Diesen Song kennt jeder im Saal und so verwundert es nicht, dass kräftig mitgesungen wird.

Eleanor McEvoy überzeugt und begeistert mit ihrer Art, ihrem Entertainment und ihrer Musik. Ohne eine Zugabe geht auch sie nicht von der Bühne. Ein Chanson von Edith Piaf, französisch gesungen und am Klavier begleitet, und ein astreiner Boogie Woogie beenden den vielseitigen und grandiosen Auftritt. (GEA)

Das könnte Sie auch interessieren
Mitarbeiter gesucht!
  • Stellenanzeigen werden geladen...


Aktuelle Beilagen