Szene Aktuell - Die Konzertkritiken - Wendrsonn legen im "Adler" in Meidelstetten einen gefeierten Auftritt hin

Schwäbisch gut

VON PETRA LAUNER

MEIDELSTETTEN. Dass Wendrsonn eine der erfolgreichsten Folkrock-Gruppen aus dem Schwabenraum ist, ist kein Geheimnis. Ihre zahlreichen Auftritte und Auszeichnungen sind der beste Beweis dafür. Am Samstag konnte sich das Meidelstetter Publikum im Adler selbst ein Bild davon machen, die Wendrsonn-Magie schwappte von der ersten Minute an über.

Geballte Energie auf der Bühne: Wendrsonn. FOTO: LAUNER
Geballte Energie auf der Bühne: Wendrsonn. FOTO: LAUNER
Es wurde getanzt, gelacht und mitgesungen. Wer allerdings ein Problem mit dem schwäbischen Dialekt hat, war hier fehl am Platz. Die Band spricht und singt im breitesten Schwäbisch, vertritt einwandfrei die hohe Kunst der Mundart. So wie die Schwaben selbst sind auch ihre Texte:
a bissle rotzig und frech, aber auch tiefsinnig, gefühlvoll und ehrlich. Stolz singen sie von der Schönheit der Heimat und von den Ecken und Kanten ihrer Bewohner, von den Höhen und Tiefen des Lebens, das oft »koin Schlotzer« ist. Aber auch die Vergangenheit wird gewürdigt, in der es noch Bonanzaräder, Schulterpolster und richtige Rocker gab und man »jong, vielleicht au a bissle domm« war und einfach eine »geile Zeit« hatte.

Die Musik sprüht vor Energie, Humor, Vielseitigkeit und entsteht durch sechs Vollblutmusiker. Die Frau im Team, Biggi Binder, überzeugt nicht nur mit ihrer fantastischen, hauchzarten und gleichzeitig rockig-röhrenden Stimme, sondern auch mit einer Begabung für die unterschiedlichsten Instrumente, zu denen auch ein Waschbrett zählt.

Markus Stricker ist die zweite Stimme der Band, die etwas ganz Eigenes und Kerniges aufweist. Neben seinem urkomischen Moderations- und Unterhaltungstalent beherrscht er unter anderem Gitarre, Keyboard und Akkordeon. Auch Ove Bosch darf neben dem Bassspielen noch singen. Mit einem Tipp an alle Männer beschert er sich seinen großen Auftritt, denn wenn die Frau wieder einmal »grätig« ist, »zopfsch ra Bettsoicherla«.

Klaus Marquardt kann auf viele Jahre Bühnenerfahrung, unter anderem in diversen Musicalproduktionen zurückgreifen und erweist sich als wahrer Geigenvirtuose. Egal ob klassisch oder rockig, das Spiel auf der Violine beherrscht er in Perfektion. Micha Schad begeistert als Mann der vielen Saiten mit seinem Banjo- und Gitarrenspiel.

Aber auch der Mann mit dem hintersten Platz auf der Bühne ist nicht zu überhören und zu übersehen: Drummer Heiko Peter trommelt, was das Zeug hält, ist mit vollem Körpereinsatz dabei. In seinem Solo nutzt er die ganze Bühne als großes Schlagzeug und der Boden, der Mikrofonständer, diverse Perkussionsinstrumente und sogar ein Eimer werden Teile seiner Show.

Wendrsonn machen Lust auf mehr: mehr Witz, mehr Dialekt und mehr gute Musik. So war es auch kein Wunder, dass die rund 130 Zuschauer die sympathischen »Schwoba Folk Rocker« zu mehreren Zugaben aufforderten und diese genüsslich und mit einem breitem Grinsen im Gesicht feierten. (GEA)

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