Szene Aktuell - Die Konzertkritiken - Abi Wallenstein, Marc Breitfelder, Georg Schroeter und Torsten Zwingenberger zeigen in der Wimsener Mühle ihre Klasse

Ein Höhepunkt im Jahresprogramm

VON HANS JÖRG CONZELMANN

HAYINGEN. Mit Spirit of the Blues haben die Programmmacher der Wimsener Mühle einen letzten Höhepunkt im Jahresprogramm gesetzt. Die Band um Blueslegende Abi Wallenstein ist wohl das Beste, was die Blues-Szene in Deutschland zu bieten hat: Marc Breitfelder (Mundharmonika) und Georg Schroeter (Piano), die als erste Europäer die International Blues Challenge in Memphis gewonnen haben, der gefragte Schlagzeuger Torsten Zwingenberger und Abi Wallenstein selbst.

Abi Wallenstein (links) und Marc Breitfelder zeigten beim Konzert in der Wimsener Mühle ihre ganze Klasse. FOTO: CONZELMANN
Abi Wallenstein (links) und Marc Breitfelder zeigten beim Konzert in der Wimsener Mühle ihre ganze Klasse. FOTO: CONZELMANN
Die vier exzellenten und dennoch teamfähigen Einzelmusiker griffen in das unendliche Repertoire an Blues, Balladen und Boogie-Versionen, teilweise zum Mitsingen, was das Publikum gerne tat.

Marc Breitfelder, mit Gert Schroeter seit 25 Jahren solo unterwegs, entlockt seiner Bluesharp nie gehörte Töne, vom Dudelsack (Amazing Grace) bis zum Saxofon ist alles dabei. Er bedient sich einer selbst entwickelten »Überblastechnik«, ebenso wie Torsten Zwingenberger mit seiner ausgefeilten Schlagzeugtechnik, die er »Drumming 5.1« nennt: Er spielt mit mindestens fünf Fußmaschinen, zeitweise simultan. Georg Schroeter, mit dem »German Blues Award« als bester Blues-Pianist Deutschlands ausgezeichnet, hat die passende Bluesstimme, um rockigen Hits der Rolling Stones eine eigene Note zu geben.

Und schließlich Abi Wallenstein selbst, Blues-Urgestein, mit seiner kratzigen Stimme, erst kürzlich mit dem German Blues Award 2017 geadelt, hat so viel unverbrauchte Bühnenpräsenz und Freude am Publikum, als stünde seine jahrzehntealte Musikerkarriere erst am Beginn.

Sein Gitarrenspiel ist durch rhythmische Bassläufe und gleichzeitig gespielte Akkorde und Melodielinien unverwechselbar. Er hält die Fäden in der Hand und macht den Abend durch Tempowechsel abwechslungsreich.

Die Spielfreude der Band lag vielleicht auch an der Besonderheit des Orts: »Hier ist alles so wunderbar analog«, schwärmte Schlagzeuger Torsten Zwingenberger. (GEA)

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