Kindergartenplatz - Eltern in Reutlingen müssen künftig ihre Sprösslinge bis zu einem fixen Datum vormerken lassen

Kindergartenplatz: Eltern müssen Kinder vormerken

VON ANDREA GLITZ

REUTLINGEN. Die zentrale Vormerkung für einen Platz in einer Reutlinger Kindertageseinrichtung hat die Verwaltung bereits umgesetzt. Seit dem Jahr 2013 sammelt die Anlaufstelle Kinderbetreuung (»Anker«) Elternwünsche. Nun zündet das Sozialamt die nächste Stufe für den Nachwuchs über drei Jahre: Die verbindliche Vormerkung sowohl für die städtischen Einrichtungen als auch für die freien Träger muss bis zu einem festgesetzten Stichtag erfolgen.

Foto: Stadt
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Um einen Platz für das Kindergartenjahr September 2017 bis August 2018 zu erhalten, muss der Sprössling bis 26. Februar 2017 bei der städtischen Anlaufstelle »Anker« (persönlich oder online) vorgemerkt sein – und zwar verbindlich.

Verbindliche Vormerkung

Die Eltern können maximal drei Wunsch-Kindertageseinrichtungen nebst Betreuungsform wählen. Im Mai bekommen sie dann – ebenfalls verbindlich – eine Zusage. Oder eben eine Absage: So manche Elternwünsche insbesondere im Hinblick auf den Standort könnten unberücksichtigt bleiben. Wie vom Sozialamt prognostiziert, hat sich die Lage insbesondere bei den Über-Dreijährigen verschärft. Die Betreuungsplätze in Reutlingen sind laut Sozialamtsleiter Joachim Haas mittlerweile zu 100 Prozent belegt. Die Stadt muss erneut nachlegen: In den kommenden Jahren sollen 450 neue Plätze geschaffen werden.

Ist Auswahl nötig, werden drei Kategorien bevorzugt behandelt: Kinder in schwierigen sozialen Lebenslagen, alleinerziehende Eltern und Familien, in denen beide Elternteile arbeiten – wobei der Beschäftigungsnachweis bei der Vormerkung vorgelegt werden muss.

Das neue Vormerkverfahren sei ein »großer Schritt mit vielen Vorteilen, aber auch einigen habhaften Nebenwirkungen«, befand Sozialbürgermeister Robert Hahn. In der Abteilung Kindertagesbetreuung freut man sich über bessere Planungssicherheit. Das gilt auch für die Betreuungseinrichtungen. Und für die Eltern: Ihnen bleibt künftig die missliche Hängepartie erspart, dass Kinder immer wieder nach hinten verschoben werden, weil Notfälle versorgt oder zugezogene Familien mit besseren Vergabevoraussetzungen vorgezogen werden müssen. Die Stichtagsregelung soll auch unerwünschte Lücken am Scharnier zwischen Kleinkindbetreuung und Kindergarten vermeiden. Zuvor in einer Kleinkindeinrichtung Versorgte werden bei der weiterführenden Betreuung vorrangig behandelt.

Von Nachteil ist die Regelung für Eltern, die nach dem Stichtag nach Reutlingen ziehen. Sie können sich vormerken lassen und müssen dann auf frei werdende Plätze hoffen.

Insgesamt hätten sich zentralisierte Anmeldung und Beratung bewährt, bilanzierte Dezernent Hahn. »Anker« sei ein gutes Planungsinstrument. Auch werde Realität besser abgebildet, weil sich Eltern nicht mehr direkt mehrfach in verschiedenen Einrichtungen anmelden, was früher »astronomische Wartelisten« generiert habe. Joachim Haas hob hervor, dass das neue Vergabeverfahren zusammen mit den Freien Trägern und den Elternvertretern des Gerk (Gesamtelternbeirat Reutlinger Kindergärten und Kindertagesstätten) diskutiert und abgestimmt wurde, und lobte die konstruktive Zusammenarbeit der Akteure im Kuratorium.

Transparentes Verfahren

»Für uns ist die Änderung ein Erfolg«, befindet Gerk-Vorstandsmitglied Claus Mellinger auf Nachfrage. Der Gesamtelternbeirat habe im Kuratorium intensiv darauf hingearbeitet. Einige Diskussionen seien nötig gewesen, seien doch die kurzen Bearbeitungszeiten für Träger und Einrichtungen eine Herausforderung.

Die bisherige Lösung habe Eltern vor allem wegen der kurzen Fristen zwischen Zusage und Aufnahme in einige Nöte gebracht.

Ein weiterer Erfolg ist laut Mellinger die Veröffentlichung der Vergabekriterien. »Die waren bisher nicht nachvollziehbar, es rankten sich wilde Fantasien darum, was man tun muss, um an die begehrten Bewertungspunkte zu kommen.« Nun sei das Verfahren transparent und nachvollziehbar.

Die Elternvertreter loben die Verwaltung für die zügige Ausarbeitung und Umsetzung der neuen Regelung und verleihen der Hoffnung Ausdruck, »dass es beim Gebührenmodell nur auch so engagiert vorangeht«. (GEA)

www.reutlingen.de/anker07121 3035578

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