Renovierung - Die Umbauarbeiten in der Altenburger Nikolauskirche kommen gut voran. Gesucht werden jetzt Spender, die ein Buntglasfenster finanzieren
Kapelle als Schmuckstück
VON ANDREAS DÖRR
REUTLINGEN. Wer derzeit einen Blick wirft in die Altenburger Nikolauskirche, mag an berühmte Kirchenmaler denken.
Gudrun Topp und Pfarrerin Karin Berghaus - im Hintergrund der Fensterrahmen für das Buntglasfenster mit dem heiligen Nikolaus. Und auch wenn es noch nicht so aussieht: Bei den Renovierungsarbeiten ist Land in Sicht.
FOTO: Andreas Dörr
Zugegeben: Wenn Handwerker unterm Dach Gipskartonplatten fixieren, hat das nichts zu tun mit über Kopf zu malenden Bildern in »al fresco-Technik«. Trotzdem sieht das Gerüst aus, als turne ein berühmter Künstler im Gestänge. Aber auch wenn die Decke »nur« in schlichtem Weiß erstrahlt: Ein Hingucker wird das 1070 erstmals erwähnte Gebäude allemal.
Bevor aber das renovierte Gotteshaus am 13. Mai im Rahmen einer Konfirmationsfeier der Öffentlichkeit präsentiert wird, gibt es noch reichlich zu tun. Der Elektriker kümmert sich um neue Leitungen, die Wände müssen gestrichen werden, der Heizungsmonteur steht in den Startlöchern. »Die Heizung hat schon vor einem Jahr den Geist aufgegeben«, sagt Karin Berghaus. Auch die Bänke müssen wieder eingeräumt werden.
Die Altenburger Pfarrerin ist jedenfalls froh, dass nach monatelanger Arbeit endlich Land in Sicht ist. 266 000 Euro teuer kommt die Renovierung, annähernd 164 000 Euro muss die Kirchengemeinde an Eigenmitteln aufbringen - eine Summe, die ohne die Hilfe der Altenburger nicht zu schultern ist. Aber auf die Nordraumgemeinde ist Verlass.
Waren es 2009 etwas mehr als 14 000 Euro und 2010 rund 17 000 Euro, flossen im vergangenen Jahr stolze 27 000 Euro aus Opfern und Spenden auf das Konto für die Renovierung. Das Geld kam zusammen durch das »Café Nikolaus«, diverse Gemeindefeste, Serenaden-Abende, einen Basar oder die »Talente-Aktion«. »Wir sind für das neue Jahr sehr optimistisch«, sagt Karin Berghaus, die sich auch auf einen »guten und tüchtigen Kirchengemeinderat« verlassen darf.
Trotzdem haben sie und Gudrun Topp, stellvertretende Vorsitzende des Altenburger Kirchengemeinderates, noch einen Stein im Schuh: Wäre es nicht toll, wenn der Namensgeber der Kirche, Nikolaus von Myra, sich irgendwo in der Kirche fände? Bislang weist jedenfalls nichts auf den populären Heiligen hin, der in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts gewirkt hat. Kein Gemälde, keine Skulptur.
Deshalb reifte die Idee, St. Nikolaus auf einem Fenster zu verewigen. Dieses Buntglasfenster soll in der kleinen Seitenkapelle angebracht werden und aus dem Raum, der früher kaum mehr war als eine Rumpelkammer, ein Schmuckstück machen. Die Firma, die dieses Fenster gestaltet, hätte die Kirchengemeinde. Was fehlt, ist das Geld. »Denn wir dürfen nichts vom Geld für die Renovierung abzweigen«, sagt Berghaus.
9 000 Euro kostet besagtes Fenster, das die Kapelle in ein helles und warmes Licht tauchen soll. »Wir müssen es über Spenden finanzieren«, sagt die Pfarrerin wohl wissend, dass das nicht von heute auf morgen passiert. Deshalb wird zunächst ein Provisorium angebracht - »an das wir uns aber gar nicht erst gewöhnen wollen.« (GEA)
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