Statistik - In der Achalmstadt und der Region bleiben dem Bürger im Schnitt 23 527 Euro pro Jahr zum Leben

Einkommen: Kreis Reutlingen rangiert auf Platz 76

KREIS REUTLINGEN. Die Wirtschaft boomt, die Arbeitsmarktlage ist glänzend und die Konsumlaune hoch - zur Freude der Geschäfts- und Firmeninhaber. Deutschlandweit stieg das verfügbare Einkommen je Einwohner zwischen 2010 bis 2015 um 11,8 Prozent. Für den Kreis Reutlingen verzeichnet die Statistik im selben Zeitraum einen Anstieg von 11,2 Prozent.

FOTO: dpa
Im Schnitt blieben hier jedem Bürger zuletzt 23 527 Euro per anno, um Bedürfnisse zu decken: Geld für Miete, Kredite, Nahrung, Kleidung, Urlaub - oder die Sparbüchse. Was etwas unter dem Landesschnitt liegt, den die Statistiker für Baden-Württemberg mit 23 540 Euro angeben. In der »Einkommens-Bundesliga« unter 402 ausgewerteten Kommunen und Kreisen landet der Kreis Reutlingen damit im Jahr 2015 auf Platz 76.

Datum irritiert

Die Jahreszahl mag irritieren: Sie reicht nur bis 2015 und ist doch das Aktuellste, was die behördlichen Einkommensdatenbanken derzeit hergeben. Dabei gilt es, auf die Feinheiten zu achten. Es sind nicht die Einkünfte, die beim Finanzamt versteuert werden, sondern es geht um das »verfügbare Einkommen«, das nicht zu verwechseln ist mit den Löhnen und Gehältern.

Das verfügbare Einkommen ist eine Nettoeinkommensgröße, die sowohl Einkommen aus unselbstständiger Arbeit als auch Einkünfte aus freiberuflicher beziehungsweise unternehmerischer Tätigkeit sowie Vermögenseinkünfte beinhaltet, so die Erklärung der Statistiker. Hinzukommen aber auch Sozialtransfers wie Arbeitslosengeld, Kindergeld und andere staatliche Leistungen. Abgezogen wiederum sind Steuern und Sozialbeiträge. Es ist also das Geld, das Mann und Frau tatsächlich für ihre Bedürfnisse, von der Miete, über Kredite bis hin zu Nahrung, Kleidung, Urlaub, Sparen und so weiter ausgeben oder anlegen können. Allerdings: Preisentwicklung und Inflationsrate sind nicht berücksichtigt. Bundesweit lag das verfügbare Einkommen 2015 bei 21 583 Euro, listet das Statistische Landesamt auf. Im Kreis Reutlingen lag dieses Einkommen also um 1 944 Euro über dem deutschlandweiten Durchschnitt. Im Jahr 2008 waren es 20 700 Euro gewesen (Bund: 18 768 Euro) und im Jahr 2010 durchschnittliche 21 163 Euro (Bund: 19 312 Euro).

Und wer kann nun das meiste Geld ausgeben? Auf Länderebene sind das die Hamburger (23 862 Euro), auf Stadt- und Kreisebene hingegen die Bürger der Stadt Heilbronn: Sie haben im Schnitt 35 663 Euro pro Jahr zur Verfügung, mithin knappe 3 000 Euro pro Monat.

Noch Luft für Kaufkraftstärkung

Auf Platz zwei landete der Kreis Starnberg, dritter wurde der Hochtaunuskreis. Nicht einmal halb so viel Geld in der Tasche haben dem gegenüber die Bürger der nordrhein-westfälischen Stadt Gelsenkirchen (16 274 Euro), die das Schlusslicht dieser Bundesliga bilden, dicht gefolgt vom Kreis Vorpommern-Greifswald und der Stadt Duisburg.

Blickt man auf die Entwicklung der verfügbaren Einkommen und als zweiten Maßstab auf das Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner, das im Kreis Reutlingen um 23,6 Prozent von 31 322 Euro (Jahr 2008) auf 38 719 Euro (Jahr 2015) gewachsen ist, lässt sich Folgendes feststellen. Die verfügbaren Einkommen sind im selben Zeitraum mit 13,7 Prozent um 10,0 Punkte geringer gewachsen als das lokale Bruttoinlandsprodukt. Da besteht sicher noch Luft für eine Kaufkraftstärkung. Vorausgesetzt, die kalte Progression frisst diese nicht auf. (zds)



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