Stadthalle - 1500 Besucher atmen in der Stadthalle die Aura längst vergangener Zeiten

Antik- und Sammlermarkt: Sammler sind rar geworden

VON JÜRGEN SPIESS

REUTLINGEN. Es gibt zwar insgesamt weniger Sammler, aber viele, die gerne schauen und auf der Suche nach etwas Speziellem sind: Beim dritten Antik- und Sammlermarkt am Samstag und Sonntag in der Stadthalle boten rund hundert Händler ihren Trödel und antike Schätze an. 1 500 Besucher kamen nach Schätzung des Veranstalters an den beiden Tagen in die Stadthalle, um auf Schnäppchenjagd zu gehen.

Uhren, Möbel, Geschirr, Instrumente, Schmuck: Hundert Händler boten in der Stadthalle Antikes an. Foto: Spiess
Uhren, Möbel, Geschirr, Instrumente, Schmuck: Hundert Händler boten in der Stadthalle Antikes an. Foto: Spiess
»Das Geschäft ist etwas verhaltener und das Interesse längst nicht mehr so groß, wie es vor Jahren einmal war«. Hans Keppler aus Bingen muss es wissen. Er ist wohl der einzige Händler, der seine Antiquitäten bereits beim Start der »Drei-Königs-Antik«-Messe in der Listhalle im Jahr 1978 ausstellte und zum Verkauf anbot. Inzwischen ist er über 80 Jahre alt und hat seine Begeisterung für Kunstgegenstände und alte Uhren aus dem 18. bis 20. Jahrhundert an seinen Enkel und dessen Freundin weitergegeben.

»Ausgesuchte Originale laufen nach wie vor ganz gut«
 

Die jungen Leute unterstützen Keppler bei den Beratungsgesprächen und beim Aufbau des Standes und teilen inzwischen seine Liebhaberei für die alten Schätze. Obwohl die Preise für Kunsthandwerk und alte Uhren eher rückläufig seien, »laufen ausgesuchte Originale nach wie vor ganz gut«, so die Einschätzung von Hans Keppler, »und es macht immer noch eine Menge Spaß«.

Wie dem Ahnherr der Reutlinger Messe geht es vielen Händlern, die auf dem von Gero Weickmann zum dritten Mal organisierten Antikmarkt ihre Antiquitäten anbieten. Sammler, die sich für hochwertige Uhren, Möbel, Geschirr, Instrumente, Schmuck, Puppenstuben, Kunst, Porzellan, Eisenbahn-Blechspielzeug, Münzen, Postkarten, oder auch Schallplatten und Bücher interessieren, sind in den letzten Jahren rarer geworden: »Dafür interessieren sich wieder mehr junge Leute für Antiquitäten«, so der Händler Eberhard Rabaar aus Grafeneck. Auch das Interesse an speziellen, exquisiten Angeboten sei nach wie vor da. Die Messe selbst verzeichne im Vergleich zu den letzten Jahren gleichbleibende Besucherzahlen auf einem hohen Niveau, bestätigt Gero Weickmann.

»Händler aus Österreich, Frankreich, Hessen und Bayern«
 

Zudem kämen von Jahr zu Jahr mehr Händler, die ihre Artikel im großen Saal und in Teilen des Foyers feilbieten: »Sogar aus Österreich, Frankreich und Ländern wie Hessen und Bayern sind dieses Jahr einige da«, berichtet Weickmann. Das große Interesse bei den Anbietern sei damit zu begründen, dass »die Veranstaltung nicht an einem, sondern an zwei Tagen stattfindet und dadurch aufgewertet wird«, bestätigt Eberhard Rabaar.

Zahlreiche Kunstwerke, die zu sehen und zu erwerben sind, atmen die Aura längst vergangener Zeiten. Eines der ältesten Stücke der Schau zeigt etwa die Gomaringer »Art Deco Antik«. Neben mit Schelllack-Politur behandelten Möbeln aus dem Frühbarock haben die Möbel-Restauratoren unter anderen einen herrschaftlichen Bodensee-Schrank aus Kirsche von 1814 und eine restaurierte Zweisitzer-Couch aus dem Jahr 1740 im Angebot.

Alles in allem sah man am Samstag bei den Anbietern hinter den Tischen und Theken ebenso zufriedene Gesichter wie bei den Besuchern zwischen den Ständen. Vor allem alte Lampen, Military-Artikel und schön poliertes Silberbesteck waren gefragt, dafür gehörten alte Bücher, Schallplatten und Münzen eher zu den Ladenhütern. (GEA)

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