Brauchtum - Schwäbisch-bayerisches Musikantentreffen in Sickenhausen: Keine Fortsetzung geplant
»Mit Vollgas oder gar nicht«
Von Norbert Leister
REUTLINGEN-SICKENHAUSEN. Ein letztes Mal steppte am Wochenende in der Sickenhäuser Festhalle der volksmusikalische Stimmungsbär: Nach dem mittlerweile insgesamt 25. schwäbisch-bayerischem Musikantentreffen reicht's, sagte Norbert Spanagel.
Volksmusik macht Spaß, aber eben auch viel Arbeit. Zum Abschied gab's noch einmal ein Best-of.
FOTO: Norbert Leister
Lang hatte der Organisator sich den Schritt überlegt. Sehr zwiespältig sei die Entscheidung gefallen, doch letztendlich habe die Vernunft gesiegt: »Der Aufwand ist einfach riesig, ein dreiviertel Jahr vorher begannen schon immer die Vorbereitungen«, betont er.
Und so locker leicht wie zu Beginn dieser Veranstaltung stecke er die Belastung denn doch nicht mehr weg. Zumal ihn sein Beruf »beim Bosch« auch nicht weniger fordert. Eher im Gegenteil.
Wie ein »Best of«
Dennoch hat der Hauptverantwortliche für das Treffen von insgesamt neun Musikgruppen und Solisten der Volksmusikszene am Wochenende noch einmal das Beste aus 24 Jahren aufgefahren - quasi eine »Best-of«-Version der Sickenhäuser Veranstaltung aus einem Vierteljahrhundert.
Den Zuschauern und Zuhörern, die laut Spanagel aus ganz Deutschland und sogar Luxemburg anreisten, hat's gefallen. Und weil der Musikantentreffen-Macher das weiß, ist ihm der Schritt zum Aufhören auch alles andere als leicht gefallen. »Mein Motto hieß immer: mit Vollgas oder gar nicht.«
Weil ihm das in den vergangenen Jahren immer schwerer gefallen ist, hat er sich nun durchgerungen, mit dieser Veranstaltung - bei der er immer auf treue Unterstützer vom Schwäbischen Albverein sowie aus dem eigenen Familien- und Freundeskreis zählen konnte - aufzuhören.
Der Volksmusik wird Spanagel aber nicht ganz und gar den Rücken kehren: Zusammen mit seiner Tochter spielt er auch weiterhin in dem Duo »Herzblut Musi« bei zahlreichen Veranstaltungen selbst auf. »Und zwar mit Vollgas, anders können wir das gar nicht«, so Norbert Spanagel. (GEA)
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