Nachbarschaft - In der Mörikestraße stellten die Bewohner ihre Tische auf die Straße und luden ein

Gelebte Gastfreundschaft in der Mörikestraße

VON GABRIELE BÖHM

REUTLINGEN. »Eberhard ist voll im Kochrausch. Aber er kommt gleich«, meinte seine Frau Maria Neuscheler.

Familien nutzten die Gelegenheit der  bundesweiten Aktion »Tische auf die Straße« für ein gemeinsames Essen. Foto: GB
Familien nutzten die Gelegenheit der bundesweiten Aktion »Tische auf die Straße« für ein gemeinsames Essen. Foto: GB
Gegen 17 Uhr kamen von überallher Leute mit Tischen und Bänken, Salaten, Gebackenem und Getränken. Fröhlich und bunt ging es zu bei der Nachbarschaft in der Mörikestraße. Sie machte am Samstagnachmittag bei der bundesweiten Aktion »Tische auf die Straße« der »Offenen Gesellschaft« mit und veranstaltete ein Picknick auf dem Parkplatz. Angestoßen hatte das Event, das Menschen zusammen und miteinander ins Gespräch bringen soll, Mimi Böckmann, Projektkoordinatorin des Nachbarschaftstreffs »lebenswert« der Evangelischen Kreuzkirchengemeinde. Flyer, Plakate und Mund-zu-Mund-Propanda führten dazu, dass viele kamen.

»Statt Zuhause zu essen, kann man das doch mal in der Gemeinschaft tun«
 
»Gemeinsam setzen wir ein Zeichen dafür: Für das Engagement der Bürgergesellschaft, für gelebte Offenheit, Gastfreundschaft, Großzügigkeit, Vielfalt und Freiheit«, heißt es auf der Homepage der »Offenen Gesellschaft«. »Statt Zuhause zu essen, kann man das doch mal in der Gemeinschaft tun.« »Die Idee finde ich sehr ansprechend«, sagte Tina Speidel. Werner Wellsandt und seine Frau Ingegerd Ribers treffen sich in der Jos-Weiß-Straße schon seit Längerem zu gemeinsamen Essen mit den Nachbarn und schlossen sich der Tafel in der Mörikestraße an. Gleich um die Ecke gab es in der Friedrich-Ebert-Straße die nächste Tafel. »Bundesweit haben sich über 400 Stellen, von Privatpersonen über Vereine bis hin zum Schauspiel Stuttgart, angemeldet«, so Böckmann. Da die Ziele von »Tische auf die Straße« mit den Prinzipien von »lebenswert« übereinstimmten, habe sie ihre dortigen Kontakte genutzt. »Auch wir wollen uns in der Nachbarschaft untereinander kennenlernen, miteinander reden und den Demokratiegedanken stärken.« Auf den Tischen lagen Karten, die zu Gesprächen anregen sollten. »Wann hast Du das letzte Mal einen glücklichen Moment erlebt?« hieß es da. Oder »Was müsste sich in der Gesellschaft ändern, damit mehr Menschen mehr Glück erleben?« Im Vorfeld habe man die Ferienzeit eher als ungünstig angesehen, so Böckmann. »Die Aktion wird von Berlin aus angestoßen. Dort haben sie nicht daran gedacht, dass Baden-Württemberg Pfingstferien hat.« Gewählt wurde der 17. Juni, bis 1990 Tag der Deutschen Einheit.»Tische auf die Straße« wird unter anderem von der Diakonie und der Drogeriemarktkette »dm« unterstützt, die Papiertischdecken mit Logos spendierte. »Mit Karten, Aufkleber und Buttons sollen die Tafeln überall einheitlich gestaltet werden«, so Böckmann.Fotos, Texte, Zitate und Videos und Momente konnten unter »#dafür« auf Kanälen wie Facebook und Twitter hochgeladen oder an freunde@die-offene-gesellschaft.de gemailt werden, um daraus eine »LIVE-Wand« auf der Homepage der Gesellschaft zu erstellen. (GEA) www.die-offene-Gesellschaft.de

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