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Bundesverkehrswegeplan - Regionalverband fordert eine zügige Planung und Realisierung der regionalen Projekte

Neuer Albaufstieg beseitigt Nadelöhr

LICHTENSTEIN/ENGSTINGEN. Der Albaufstieg ist im Bundesverkehrswegeplan 2030 des Bundes im vordringlichen Bedarf. Seine Realisierung allerdings droht sich aufgrund der begrenzten Planungskapazitäten des Landes erheblich zu verzögern (der GEA berichtete). In seiner Sitzung in Schömberg richtete der Regionalverband Neckar-Alb deshalb einen erneuten Appell ans Land, die Rahmenbedingungen für eine zügige Planung und damit auch für die Realisierung des wichtigen Projekts zu schaffen.

Die zweite Kehre in der Honauer Steige. In fünfzehn Jahren könnte der überörtliche Verkehr stattdessen schon über einen neuen Albaufstieg rollen. ARCHIVFOTO: NIETHAMMER
Die zweite Kehre in der Honauer Steige. In fünfzehn Jahren könnte der überörtliche Verkehr stattdessen schon über einen neuen Albaufstieg rollen. ARCHIVFOTO: NIETHAMMER
Mit dem Beschluss wolle man, so Engstingens Bürgermeister Mario Storz ergänzend auf GEA-Nachfrage, die Wichtigkeit der Verkehrsachsen unterstreichen. Darin seien sich - durchaus überraschend - allerdings nicht alle Fraktionen einig gewesen. Die Grünen hatten dem Beschlussvorschlag so nicht zustimmen wollen und eine stärkere Differenzierung der Projekte gefordert. Eine eigene Priorisierung auf Regionalverbandsebene also, in der - nach Kategorisierung der Grünen - der Albaufstieg zum Schlusslicht abgestiegen wäre. Mit den Erklärungen der Grünen auf Landesebene und Aussagen, die Verkehrsminister Winfried Herrmann erst am Sonntag beim Mobilitätstag in Münsingen getroffen habe, decke sich das nicht, kritisierte Storz das Vorgehen der Grünen im Regionalverband. »Ich halte das für ein falsches Signal, es ist wichtig, dass sich die Region da einig ist.« Was den »Kosten-Nutzen-Index« betreffe, liege der Albaufstieg relativ gut. Die Trasse sei wichtig, weil nur dann bereits verwirklichte Maßnahmen wie der Ursulaberg- oder Scheibengipfeltunnel ihre volle Wirkung auf die Entlastung des Verkehrs entfalten.

Quantensprung für die Region

Die Umsetzung des Bundesverkehrswegeplans 2030 ist eine große Chance für die Region Neckar-Alb. Mit dem Albauf- stieg durch Lichtenstein und mit der Umfahrung von Engstingen, so die Bürgermeister Peter Nußbaum (Lichtenstein) und Mario Storz (Engstingen), »wird die Anbindung der Albhochfläche an das Oberzentrum Reutlingen/Tübingen entscheidend verbessert und ein zentrales Nadelöhr auf unserer Achse beseitigt.« »Das stete Drängen hat sich gelohnt«, so Dr. Wolfgang Epp, Hauptgeschäftsführer der IHK Reutlingen. »Gemeinsam mit dem Regionalverband, den Bürgermeistern und Landkreisen stehen wir hinter den Projekten im Bundesverkehrswegeplan.« Ebenso positiv sieht Dr. Dirk Seidemann, Direktor des Regionalverbands Neckar-Alb, die im Bundesverkehrswegeplan enthaltenen Straßenbaumaßnahmen der Region: In einem gemeinsamen Gutachten hätten Regionalverband, IHK und die Universität Köln den Beweis erbracht, dass die regionalen Verkehrsachsen, die B 27 Stuttgart-Tübingen - Balingen-Rottweil, die B 312/B 313/B 464 als »Albaufstieg im Echaztal« sowie die B 463/A 81 von überregionaler Bedeutung seien.Das nun der Bundesverkehrswegeplan die Projekte auch mit der notwendigen Finanzierung versehe, sei ein Quantensprung für die Region. In einem ersten Schritt müssten zum Achsenausbau nun die sich schon in der Planung und im Ausbau befindlichen Projekte zügig fertiggestellt werden. Die Nadelöhre Tübingen, Bodelshausen-Nehren und die Ortsumfahrung Lautlingen, aber auch die B 28 Tübingen-Rottenburg müssen frühstmöglich fertiggestellt werden. Die regionalen Akteure sind dankbar, dass Bund, Land und Regierungspräsidium die prioritäre Bearbeitung dieser Projekte zugesagt haben. Bei allem Anlass zur Zufriedenheit sehen Epp und Seidemann noch einen Wermutstropfen: »Die Forderung nach einer zweigleisigen »Wendlinger Kurve« im Zuge des Neubauprojekts Stuttgart 21 ist im BVWP bisher nicht vorgesehen. Dies wird von der Region Neckar-Alb und der Wirtschaft als unzureichend empfunden.« Aber dieses Manko habe inzwischen der Lenkungskreis zur Neuordnung des Stuttgarter Bahnknotens auf seiner Sitzung in der letzten Aprilwoche ebenfalls erkannt. »Es ist inzwischen Konsens, dass wir die kreuzungsfreie große Wendlinger Kurve brauchen. Nur so kann eine verlässliche Anbindung von der Zollernalbbahn über Tübingen/Reutlingen/Metzingen an den Flughafen und den Tiefbahnhof erreicht werden. Wir hoffen, dass es mit vereinter Anstrengung noch diesem Sommer gelingt, das Projekt noch in die laufenden Planungen aufzunehmen«, so Epp und Seidemann übereinstimmend. Auch die Bürgermeister sind sich in einem einig: »Die Aufnahme der Straßenbaumaßnahmen in den vordringlichen Bedarf im Bundesverkehrswegeplan ist der erste, wichtige Schritt. Nun muss der zweite Schritt erfolgen, indem das Land ausreichende Planungskapazitäten beim Regierungspräsidium Tübingen schafft und der Bund zu seiner Finanzierungszusage steht. Es gilt, am Ball zu bleiben und die Vorhaben jetzt zügig umzusetzen.« (GEA)

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