Pfullingen / Eningen / Lichtenstein
Stadtbelebung - Tausende Besucher kommen zum Frühlingserwachen und zum verkaufsoffenen Sonntag

Flanieren und schwätzen beim Frühlingserwachen

VON UWE SAUTTER

PFULLINGEN. Aufatmen bei den Organisatoren. Die hatte es in den vergangenen Tagen beim Blick auf die Wettervorhersagen regelrecht gefröstelt. Kümmerer Horst Rehm und Thomas Allraum vom Gewerbe- und Handelsverein (GHV) sahen den verkaufsoffenen Sonntag zum »Frühlingserwachen« schon in den Fluten untergehen. Am Sonntag stehen sie entspannt auf dem Marktplatz und freuen sich über die zahlreichen Besucher. »Wie man sieht, kann man in der Innenstadt etwas erleben«, sagt Rehm am Rande der siebten Auflage des verkaufsoffenen Sonntags, den der GHV auf die Beine stellt.

Pfullingen hat beim Frühlingserwachen einiges zu bieten, zum Beispiel eine Modenschau.
Pfullingen hat beim Frühlingserwachen einiges zu bieten, zum Beispiel eine Modenschau. FOTO: Uwe Sautter
Und tatsächlich füllt sich nach etwas schwachem Start auch die Pfullinger Innenstadt mit Leben. Das hatte um die Mittagszeit schon rund um die großen Märkte pulsiert. Dort gab's gleich drei Flohmärkte, drängelten sich Menschen und Autos. Vor Garten- und Baumarkt waren kaum noch Parkplätze zu haben. Letztere waren auch in der Innenstadt gleich zum Auftakt ein Thema. Nicht jeder Anlieger am Laiblinsplatz ist glücklich darüber, dass jetzt immer dienstags von 15 bis 18.30 Uhr dort ein Bio-Regio-Markt seine Stände aufbaut. Die meisten Pfullinger, die sich gestern schon über das Angebot informieren konnten, sehen es wohl anders. »Ich find's klasse«, lobt etwa Elke Hagmaier die Idee.

Information gefragt

Ganz zufrieden war auch Gärtner Andreas Werner, der in Zukunft dienstags immer seine Biolandprodukte an den Mann bringen will. Am Nachmittag kaufen zwar nur wenige bei ihm ein, doch das überrascht ihn nicht. »Gemüse und Obst laufen auf solchen Märkten nie.« Aber es gibt genügend Gelegenheit, um mit den Kunden ist Gespräch zu kommen. Das ist auch ein Grund für Günter Mollenkopf (Landwirtschaft-, Forst- und Gartentechnik), schon seit Jahren seinen Stand auf dem Marktplatz aufzubauen.

Nicht nur dort wird geredet. An jeder Ecke steht ein Grüppchen zusammen, unterhält sich, lacht, und mancher knabbert an einer der vielen Leckereien, die überall angeboten werden. Sei's das knusperige Spanferkel im Bauralada oder die krossen Pommes vom Grillwagen. Der Renner aber sind die Spiralkartoffeln. Mithilfe einer Bohrmaschine geschnitten und auf ein Holzstäbchen gefädelt, tauchen die Standbetreiber die großen Kartoffeln kurz in heißes Fett und wälzen sie anschließend in Gewürzen. Den Knabberspaß haben auch viele in den Händen als die Models der Boutique Outfit die Trendmode der Saison präsentieren.

»Jetzt hätte ich auch was kaufen können«, sagt eine Frau und geht mit ihrem Mann schon weiter. Wer nichts zum Essen im Angebot hat, macht keinen großen Umsatz. Mit ein Grund, warum es Horst Rehm manchmal schwerfällt, den einen oder anderen zum Mitmachen zu bewegen. Doch ohne die Stände auf dem Marktplatz, gibt er zu bedenken, gäbe es auch keinen verkaufsoffenen Sonntag. Gemeinsam mit Allraum hofft er, dass viele Bürger, Gewerbetreibende aber auch Vereine sich in der nächsten Zeit im Netzwerk II zur Wirtschaftsförderung der Stadt einbringen. Damit 2018 die Pfullinger wieder entspannt durch ihre Stadt flanieren können. Der Tag hat für Rehm gezeigt: »Wenn du was bietest, wird das auch angenommen.« (GEA)


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Traditionsfest

Frühlingserwachen in Pfullingen

Frühlingserwachen Pfullingen 2017
FOTO: Uwe Sautter
 
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