Pfullingen / Eningen / Lichtenstein
Übung - 250 Jugendliche aus 16 Jugendfeuerwehren des Landkreises üben den Ernstfall in einer Großübung

Feuerwehr: 250 Jugendliche üben den Ernstfall

VON GABRIELE LEIPPERT

PFULLINGEN. Die Erde bebt hierzulande nicht allzu oft. Aber ab und zu verändert auch die europäische Erdplatte ihre Position. Viele ältere Menschen erinnern sich noch mit Schrecken an das frühmorgendliche Rumpeln am 3. September 1978, als das Albstadt-Beben (benannt nach dem Epizentrum) mit 5,7 auf der Richterskala Hunderte Gebäude im weiten Umkreis schwer in Mitleidenschaft zog.

Großübung "Bewegte Erde"
FOTO: Gabriele Leippert
Auch am Samstagmittag um 14 Uhr _ so das Szenario der Großübung der Jugendfeuerwehren im Landkreis – ereignet sich eine solche Katastrophe, und dazu noch mitten in Pfullingen. Wegen eines schweren Erdbebens werden Gelände und Hallen der Firma Prettl am Südbahnhof schwer in Mitleidenschaft gezogen und viele Personen verletzt. Nur eine große Anzahl von Rettungskräften kann diesem Unglück Herr werden und so rückt ein Feuerwehrfahrzeug nach dem nächsten mit lautem Tatü-Tata vor.

»Wir feiern in diesem Jahr das 45. Bestehen unserer Jugendfeuerwehr, da wollten wir etwas Besonderes machen«, erklärt Stephan Wörner von der Pfullinger Feuerwehr. So habe man sich ein Übungsgeschehen überlegt und andere Jugendwehren dazu eingeladen. Dass am Ende 250 Jugendliche zwischen 11 und 17 Jahren aus 16 Gemeinden des Landkreises, dazu noch eine Einheit junger Feuerwehrler aus Freiburg sowie mehr als fünfzig Ausbilder und Jugendwarte bei der Übung dabei sein würden, hatte die Verantwortlichen überrascht.

Ortsübergreifendes Helfen

»Darüber freuen wir uns natürlich sehr«, betont Wörner, denn so lernten die Nachwuchskräfte schon früh das bei den aktiven Kameraden schon lange praktizierte ortsübergreifende Helfen bei einem Großereignis kennen. Sein Dank gilt der Firma, »die fast freie Hand gegeben hat«.

Am Samstag übten junge Helfer aus Dettingen und Engstingen zusammen mit den Jungrettern aus Eningen, Grabenstetten, Grafenberg oder Hayingen. Jugendliche aus Lichtenstein und Metzingen machten gemeinsame Sache mit den Teenies aus Pfullingen, Reutlingen, Riederich und Römerstein oder dem Nachwuchs aus Sonnenbühl, St. Johann, Trochtelfingen und Wannweil. Verschiedene Einsatzgeschehen hatten sich die Organisatoren überlegt. So etwa galt es verschüttete Personen zu bergen, eine Stelle mit ausströmendem Gas abzuschirmen oder die Ausweitung des Feuers einer im Vollbrand stehenden Halle zu verhindern. Autos, die abzustürzen drohten, mussten gesichert werden.

Und schließlich warteten in den oberen Etagen des Verwaltungsgebäudes eingeschlossene Personen auf ihre Rettung. Ein Szenario nach dem nächsten wurde von den Jugendfeuerwehrleuten in knapp zwei Stunden abgearbeitet, gut fünfhundert Zuschauer gingen begleitend mit auf die Runde. »Wir haben jetzt Szenarien auf einem riesigen Gelände mit unheimlich vielen Jugend-Feuerwehrleuten und unglaublich vielen Fahrzeugen erlebt, eine Übung, die es in dieser Größenordnung in der Region so noch nie gab«, dankte Bürgermeister Michael Schrenk der Feuerwehr Pfullingen für die Idee.

Perfekte Organisation

Er finde es klasse, dass so viele Jugendliche dabei waren: »Hut ab, unsere Feuerwehrjugend ist gut drauf, die weiß anzupacken und was zu tun ist.«

Eine solche Übung zeige zudem der Öffentlichkeit aus nächster Nähe, »wie unsere Feuerwehren arbeiten und wie viel Geld für technische Geräte oder Fahrzeuge zum Schutz der Bevölkerung dahinter steckt«, meinte der Schultes. Die Übung habe die »beeindruckende Leistungsfähigkeit unserer Jugendfeuerwehren« gezeigt, konstatierte Kreisbrandmeister Wolfram Auch. Er dankte nicht nur den Verantwortlichen für die perfekte Organisation, sondern auch den Wehren dafür, dass sie ihre Jugendlichen mit den entsprechenden Fahrzeugen entsandt hatten: »Ein großes Lob, wie gut unsere Jugendfeuerwehren ausgebildet sind«, zog Auch sein positives Fazit.

»Es ist alles bestens gelaufen«, resümierte Kreisjugendwart und Einsatzleiter Andreas Heinlin, »eine tolle Leistung, jeder Kommandant kann stolz auf den Nachwuchs sein«. (GEA)


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