Pfullingen / Eningen / Lichtenstein
Gründung - Die Eninger haben ihr »Flurstück 100« in Besitz genommen. Der Pavillon am Leinsbach ist nun zugänglich

Eninger Kulturtag: »Etwas Kultur darf es schon sein«

VON THOMAS BARAL

ENINGEN. »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, etwas Kultur darf es schon sein« - reimte Bürgermeister Alexander Schweizer gestern bei seiner Begrüßung der vielen Eninger auf dem »Flurstück 100«. Damit ist dieses bisher im Verborgenen vor sich hinschlummernde Grundstück mit dem kleinen Türmchen mit Pavillon für alle zugänglich. Erbaut hat es ein früherer Landgerichtsrichter vor etwa 118 Jahren.

Blick auf die Festgemeinde.
Blick auf die Festgemeinde. FOTO: Thomas Baral
Genutzt wurde nun die offizielle Eröffnung gleich zur Gründung der »Kulturstiftung Eningen«, mit der die Gemeinde ihre örtliche Kunst und ihre Künstler fördern will. Auch die ersten Spenden gab es schon: Thomas Hummel, Chef der Narrenzunft Häbles-Wetzer, wird im Namen des Vereins einen Baum pflanzen, ein symbolisches Bäumchen hat er gleich dem Bürgermeister überreicht.

Und wie Barbara Dürr für die Freien Wähler sagte, spendet diese Gruppierung eine Sitzbank, damit man sich auf dem Grundstück »auch in Ruhe der Kunst widmen kann«.

Hohes musikalisches Niveau

Der Kunst widmen konnten sich die Besucher gestern auch so schon: Überall verteilt im Gras hatten Eninger Künstler ihre Werke aufgestellt und ausgelegt, Frieder Palmer war beim Malen zu beobachten, MarEl Schäfer hatte eine Installation zum Thema Globalisierung aufgebaut; Bilder und Skulpturen gab es von Carola Frese, Barbara Kärn-Wilk, Claudia Lieb-Palmer, Inge Niethammer, Roland Weber und Annemarie Winter.

Nicht zu vergessen die »Brasskids« der Eninger Musikschule, die unter Leitung von Johannes Popp die Feier musikalisch umrahmten und dabei hörbar bewiesen, auf welch' hohem musikalischen Niveau in Eningen Musik gemacht wird.

Mit der neuen Kulturstiftung unter dem Dach der schon lange bestehenden Paul-Jauch-Stiftung will die Gemeinde ein Forum schaffen, um die Vielfalt der Kultur im Ort zu betonen, eine Plattform anbieten, für die Förderung künstlerischer Arbeit, erklärte Schweizer. Er hob vor, dass das Thema Kunst in Eningen ein besonderes sei. Nicht nur weil hier eine Reihe - auch überregional - bekannter Künstler lebten und noch leben, sondern auch, weil der Ort mit seinen beiden Kunstwegen das Thema ganz bewusst präsentiere: Derzeit wird ja am HAP-Grieshaber-Weg gewerkelt, mit dem man nicht nur die Lebensspuren des berühmten Holzschneiders von der Achalm bewahren will, sondern auch viele seiner Werke in Reproduktionen in der Öffentlichkeit zeigen möchte. Dabei handelt es sich vor allem um Arbeiten im Zusammenhang mit dem Thema Kunst am Bau.

Spender gesucht

Das zweite große Wegeprojekt ist der Kunst- und Sinnespfad, mit dem schon seit vielen Jahren daran gearbeitet wird, die an vielen Stellen im Ort aufgestellten Kunstwerke einer größeren Öffentlichkeit zu präsentieren. Im Namen des künftigen Stiftungsrats erläuterte Albrecht Andres die Aufgabe der Stiftung und zählte die vielen Ecken auf, wo im Ort Kunstwerke zu finden sind. Bürgermeister Schweizer schließlich warb um Spenden für die Neugründung und betonte, dass nicht nur für die Aufstockung des Stiftungskapitals gespendet werden könne, sondern auch gezielt für einzelne und aktuelle Kunstprojekte und Aktionen.

Der Förderverein Eninger Kunstwege, der Heimat- und Geschichtsverein sowie der Freundeskreis Paul Jauch hatten Informationsstände und Pavillons aufgebaut. Die Reutlinger Künstlerin Susanne Immer verkaufte ihre Drucke, Kataloge und Plakate, von dessen Erlös die Hälfte als Spende an den Kunstförderverein geht. Am Nachmittag unterhielt der Musikverein die Besucher; auch der Gesangverein Eningen mit einem Projektchor war angekündigt. Von 14 bis 16 Uhr stand Kinderprogramm mit der Eninger Kasperkiste mit dem Japanischen Papiertheater Kamishibai auf dem Programm.

Der Ortsjugendring hatte eine Druckwerkstatt für kleine Künstler aufgeboten und junge Musiker, Rosalie Hehl und Paul Rauser, spielten »Akustik Cover«. (GEA)


Galerie

Auf dem »Flurstück 100«

Eninger Kulturtag

Eninger Kulturtag 2017
FOTO: Thomas Baral
 
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