Schule und Verein - Projekt von Uhland- und Burgwegschule mit dem Akkordeonorchester Pfullingen gestartet
Die Finger fliegen flink über die Tasten
PFULLINGEN. Die jungen Teilnehmer zwischen sechs und zehn Jahren konnten es kaum erwarten. Gerade waren die Instrumente ausgepackt, schon drückten sie die Tasten rauf und runter - schrill und laut, einfach schräg improvisiert.
Da waren die Mentoren Anna und Christine Schnitzer, Maike Feucht sowie die musikalische Leiterin des Akkordeonorchesters Birgit Ebner gefordert, ein System in die »Darbietung« der wuseligen Nachwuchsmusikanten zu bringen. Zuerst erklärte Anna Schnitzer den Kindern, wie sie mit Instrument richtig sitzen und welchem Zweck der Luftknopf auf der linken Seite dient. Ihre Schwester Christine demonstrierte, wie die rechte Hand auf die Tasten gelegt werden muss.
In kleinen Grüppchen übten die Kinder. Valentin, der es gar nicht erwarten konnte, auf seinem neuen Instrument zu spielen, schlug die Tasten kräftig an. »Du darfsch no gar et spiela«, entrüstete sich gleich die kleine Franziska, die eigentlich an der Reihe war. Die Schüler, fünf Jungs und fünfzehn Mädchen, waren total begeistert.
Die neue Kooperation zwischen der Uhland- und Burgwegschule und dem Akkordeonorchester des Schwäbischen Albvereins Pfullingen startete vor kurzem mit den ersten Unterrichtseinheiten. Und nicht nur die kleinen Spieler waren angetan, auch die Initiatoren. »Wir könnten uns Instrumentalunterricht weder finanziell leisten, noch haben wir dazu die Lehrer«, lobte Klaus Schäfer, der in seiner Schule das Singen am Montagmorgen fest eingerichtet hat, das Zustandekommen der AG. Denn der Rektor, der selbst eine Musikausbildung genossen hat, kann Untersuchungen nur bestätigen, dass Schüler, die ein Instrument erlernen, auch im normalen Unterricht meist bessere Leistungen erzielen.
»Musik ist zwar in unserem Stundenplan enthalten, aber eine musikalische Ausbildung ist es nicht«, erklärte Schäfer. »Ein erwünschter Nebeneffekt ist natürlich auch, dass die Schüler etwa Noten richtig lernen«, schätzte er das Angebot als sehr positiv ein.
Bis zu den Sommerferien läuft die AG, die sich über alle vier Grundschulklassen erstreckt, zunächst als eine Art Schnupperkurs. Auf lange Sicht gesehen soll das Projekt fester Bestandteil des Schulangebots werden, auch im Rahmen der Einführung der Ganztagsschule.
Orchestervorstand Martin Schnitzer hofft, durch die AG Akkordeonunterricht mehr publik zu machen und vielleicht sogar Nachwuchs für das Orchester zu finden.
Die Kosten für die Eltern sind gering. Einmalig ist ein Arbeitsheft und monatlich nur eine kleine Leihgebühr für das Instrument fällig. »Bei Einzelunterricht an einer Musikschule fallen da natürlich bedeutend höhere Gebühren an«, erklärte Schnitzer. Die drei Mentoren und Birgit Ebner unterrichten dagegen kostenlos. »Ohne diese ehrenamtlich arbeitenden Kräfte wäre das Angebot nicht zu machen«, lobte der Rektor das Engagement. (lpt)
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