Pfullingen / Eningen / Lichtenstein
Fasnet - Der erste Narrenumzug in der Region schlängelt sich mit 77 Gruppen am kommenden Sonntag durch Pfullingen

3000 Hästräger beim Pfullinger Narrenumzug

VON PETRA SCHÖBEL

PFULLINGEN. Anja Rümelins Hauptsorge gilt dem Wetter: »Das sollte für den Umzug schon passen«, meint die Vorsitzende der Pfullinger Narrenzunft Urschlaberghexen. Ansonsten ist so weit alles bereit für das große Narrentreffen am Sonntag, 14. Januar, in der Echazstadt.

Die Pfullinger Urschlaberghexen ? hier beim Narrenumzug in Zürich im vergangenen Jahr ? organisieren zum achten Mal den Pfullinger Narrenumzug. FOTO: VEREIN
Die Pfullinger Urschlaberghexen – hier beim Narrenumzug in Zürich im vergangenen Jahr – organisieren zum achten Mal den Pfullinger Narrenumzug. FOTO: VEREIN
Seit 15 Monaten arbeitet sie gemeinsam mit Marcel Schmitz und vielen anderen Helfern aus der Zunft auf diesen Tag hin. Im Organisieren derartiger Großereignisse haben die Urschlaberghexen inzwischen Routine: Bereits zum achten Mal haben sie den Narrenumzug vorbereitet, der wieder einmal der erste in der Region sein wird und der Masken- und Hästräger aus dem ganzen Land und weit darüber hinaus nach Pfullingen lockt.

Angemeldet haben sich 77 Narrengruppen mit zusammen rund 3 000 Teilnehmern. Das heißt, wer den Umzug anschauen und mit den Narren feiern möchte, der braucht ein wenig Stehvermögen. Rund drei Stunden könnte der Mummenschanz dauern, bis auch die letzte Hexe und der letzte Teufel sicher auf dem Marktplatz gelandet sein werden.

Genau dort beginnt das närrische Treiben bereits um 12.20 Uhr. Als Vorgeschmack auf die vielen Guggenmusiken und Lumpenkapellen, die sich am Umzug beteiligen, gibt es dort ein kleines Konzert. Außerdem werden dann das Festzelt, der Getränkestand vor dem Drogeriemarkt, der Smoker vor dem ehemaligen Reformhaus sowie das Barzelt auf dem Laiblinsplatz schon geöffnet sein, damit das Publikum sich mit fester und flüssiger Nahrung auf das Ereignis vorbereiten kann.

»Das funktioniert nach dem Prinzip 'Eine Hand wäscht die andere'«
 

Um 13.30 Uhr startet dann der närrische Lindwurm in der Sandwiesenstraße und zieht seine Bahn durch die Klosterstraße in die Gönninger Straße, durch die Klemmenstraße und Griesstraße bis zum Marktplatz. Wer live dabei sein möchte, muss allerdings Eintritt zahlen. An allen Einfallsstraßen in Richtung Innenstadt werden Stationen eingerichtet, an denen die Zuschauer ihren Obolus entrichten: Jugendliche von 14 bis 17 Jahren zahlen zwei Euro, alle Älteren drei Euro.

Für das Kassieren haben die Urschlaberghexen eine befreundete Narrenzunft engagiert. Rund 90 Mitglieder der Sickenhäuser Wölfe helfen an diesem Tag in Pfullingen aus, berichtet Anja Rümelin. »Das funktioniert nach dem Prinzip 'Eine Hand wäscht die andere'«. Wenn in Sickenhausen eine große Narrenveranstaltung ansteht, dann rücken die Hexen als Unterstützer an.

Als Eintrittsausweis gibt es einen Bierdeckel mit dem Logo der Pfullinger Narrenzunft. 10 000 Stück sind gedruckt worden, doch die Vorsitzende rechnet nicht wirklich mit so vielen Zuschauern. »Wir wollten sicherstellen, dass an allen Stationen ausreichend Bierdeckel vorhanden sind«, sagt sie. Denn schließlich wisse man ja vorher nicht, wie viele Menschen durch welches Tor in Richtung Narrentreiben streben. Sie geht davon aus, dass zwischen 6 000 und 8 000 Fasnetsfreunde aus der gesamten Region sich in Pfullingen den Umzug anschauen werden. Und deshalb sollte das Wetter passen, vor allem trocken sollte es sein. »Vor zwei Jahren hatten wir sogar Schnee«, erinnert sich Anja Rümelin.

Doch auch Kälte oder Regen würden eingefleischte Fans nicht davon abhalten, dabei zu sein. Und schon gar nicht die Hästräger selbst: 77 Gruppen aus acht verschiedenen Narrenverbänden haben sich angemeldet und werden am Sonntag in Pfullingen ihr Unwesen treiben. Mit dabei sind nicht nur die Zünfte aus Pfullingen, Eningen, Reutlingen und anderen Orten in der Umgebung. Viele reisen von weit her an, so kommen zum Beispiel die »Hölle Leue« aus Freiburg, die »Berkheimer Erlenwölf« aus Esslingen, die »Kirschdestorre Birschweier« aus Karlsruhe, die »Stongebachhopser Urloffen« aus Renchtal, die »Bruderhof Waldschratzunft« aus Singen oder die Guggenmusik »Los Titzos« aus Ditzingen.

Damit das Publikum auch mitbekommt, welche Gruppe gerade an ihm vorbeizieht, werden die Urschlaberghexen drei Sprecherwagen an strategischen Stellen platzieren: Einer wird in der Klosterstraße gegenüber dem Gasthaus Adler stehen, der Zweite am Beginn der Klemmenstraße (von der Gönninger Straße her gesehen) und der dritte Wagen auf dem Marktplatz.

»Zusammengerechnet sind das mehr als 4 300 Anreisekilometer«
 

»Rechnet man die Anreisekilometer aller teilnehmenden Gruppen zusammen, dann ergibt sich eine Strecke von mehr als 4 300 Kilometer«, schildert Anja Rümelin, »für den einfachen Weg«.

Nach dem Umzug ist dann noch lang nicht Schluss: Auf dem Marktplatz wird munter weiter gefeiert. Ab 16.30 Uhr gibt es dort wieder Guggenmusik-Konzerte, unter anderem werden auch die Schalmeien Fuuzkachla - ein Ableger des Pfullinger Schalmeienzugs - spielen.

Alle zwei Jahre stellen die Urschlaberghexen den Umzug auf die Beine. Zur achten Auflage gibt es eine Neuerung. »Wir feiern am Sonntag erstmals einen Narrengottesdienst«, freut sich Anja Rümelin. Er beginnt um 9 Uhr in der St. Wolfgangskirche und wird von Dekan Hermann Friedl und Pastoralreferentin Ines Spitznagel gemeinsam mit den Narren gestaltet. Um 10 Uhr schließt sich der Zunftmeisterempfang im Gemeindehaus St. Wolfgang an. (GEA)

Pfullinger Narrenumzug

Aus Anlass des Narrenumzugs am Sonntag, 14. Januar, werden in Pfullingen einige Straßen gesperrt sein. Die Umzugsstrecke verläuft von der Sandwiesenstraße über die Klosterstraße stadteinwärts in die Gönninger Straße, durch die Klemmen- und Griesstraße zum Marktplatz und weiter zur Badstraße (Auslauffläche). Die gesamte Strecke wird in der Zeit von 12 bis etwa 17 Uhr voll gesperrt sein. Das teilt das Ordnungsamt mit. Auch die Tiefgaragen Marktplatz, Wickenhof, Klostersee und Klostergarten können in dieser Zeit nicht angefahren werden. Für die Aufstellung des Umzugs wird neben der Sandwiesenstraße auch die Leonhardstraße teilweise von 12.30 bis 15.30 Uhr gesperrt sein. Eine Zufahrt mit dem Auto ist dann nicht möglich. Die Busse in Richtung Lichtenstein fahren in dieser Zeit über die Marktstraße, Kurze Straße zur Römerstraße, über die Seitenstraße, Sandstraße zurück auf B 312 alt.Im Bereich Kurze Straße, Höhe Raumausstattung Wörner, wird eine Ersatzhaltestelle für den bergwärtigen Busverkehr eingerichtet. In Fahrtrichtung Reutlingen fahren die Busse während der Straßensperrung über die Kloster-, Sand-, Friedrich-, Römer-, Bismarckstraße zur Marktstraße. Die Haltestellen in der Badstraße und Klosterstraße können während der Sperrung nicht angefahren und bedient werden. (fm)

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