Workshop in Bad Urach - Nach dem Wegfall des Brenn-Monopols bietet das Schwäbische Streuobstparadies in Bad Urach Schulungen an, um die Produkte weiterhin zu vermarkten

Wie geht's für Brennereien weiter?

BAD URACH. Einen Workshop für Brennereien bietet des Schwäbische Streuobstparadies mit Sitz in Bad Urach an: »Wie geht's weiter in der Zukunft?« heißt es am Donnerstag, 15. Februar, in Kooperation mit der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg. So sollen die Brennereien im Verein fit für die Zukunft gemacht werden. Ort des Workshops ist die Geschäftsstelle des Streuobstparadieses im Haus des Tourismus in der Bismarckstraße 21 in Bad Urach.

Das Brenn-Monopol ist gefallen.  Viele Brennkessel werden deshalb bald stillstehen. Im Schwäbischen Streuobstparadies wird dem jedoch aktiv durch Förderung der Mitglieder entgegengewirkt. FOTO: PRIVAT
Das Brenn-Monopol ist gefallen. Viele Brennkessel werden deshalb bald stillstehen. Im Schwäbischen Streuobstparadies wird dem jedoch aktiv durch Förderung der Mitglieder entgegengewirkt. FOTO: PRIVAT
Seit 1. Januar dieses Jahres gibt es die Bundesmonopolverwaltung für Branntwein nicht mehr. Die Behörde wurde ursprünglich gegründet, um die unkontrollierte Herstellung von Branntwein einzuschränken sowie mit den erhobenen Steuern Einnahmen für das Land zu erschließen. Brenner konnten ihren Alkohol, unerheblich welcher Qualität, zur weiteren Verwertung der Bundesmonopolverwaltung verkaufen. Diese bezahlte ihnen dafür einen äußerst guten Preis.

Jetzt eigenverantwortlich

Seit Jahren bietet die Arbeit der Bundesmonopolverwaltung dem Staat jedoch keinen wirtschaftlichen Nutzen mehr. Die hohen Preise für den Alkohol aus der Landwirtschaft sowie die Konkurrenz auf dem freien Markt führten dazu, dass das Bundesfinanzministerium den Fehlbetrag von jährlich rund 80 Millionen Euro ausgleichen musste und die Brennereien damit subventionierte.

Diese Wirtschaftsförderung widerspricht dem EU-Beihilferecht, weshalb das deutsche Branntweinmonopol zum 31. Dezember 2017 aufgehoben wurde. Für die Brennereien bedeutet dies eine wirtschaftlich eigenverantwortliche Zukunft ohne garantierte Abnahme. Durch die Liberalisierung des Markts müssen die Brennereien nun wettbewerbsfähig gemacht werden. »Der Aufkauf des Alkohols sorgte in der Vergangenheit für Innovations- und Investitionsstaus«, sagt Alexander Dehm, stellvertretender Geschäftsführer des Vereins Schwäbisches Streuobstparadies. Viele Betriebe stellen wegen des erhöhten Aufwands die Produktion ganz ein. »Es liegt nun in der Hand der verbleibenden Brennereien, sich den Bedürfnissen der Märkte anzupassen, um der Konkurrenz auf dem freien Markt die Stirn bieten zu können«.

»Die Brennereien sind ein äußerst wichtiges Bindeglied im Kreislauf des langfristigen Erhalts unserer Streuobstlandschaft«, bestärkt Alexander Dehm die Mitgliedsbetriebe. Essenziell für den Erhalt und somit auch der Rohstoffsicherung, sei eine gute Pflege der Bäume. Um diese wirtschaftlich attraktiv zu gestalten, müsse die Entlohnung der »Wiesles-Besitzer« für diese Arbeit entsprechend ausfallen. Jedoch bedürfe es dafür gewinnbringender Produkte.

Eine konstante Qualität der Produkte sowie die entsprechende Platzierung an Zielmärkten ist die Grundvoraussetzung, um am freien Markt mit global optimierten Produktions- und Absatzketten langfristig zu bestehen. Ebenso entscheidend seien Fachkenntnisse in der Produktentwicklung sowie in der Kosten- und Leistungsrechnung. Dafür gibt es Schulungen. (v)

kontakt@streuobstparadies.de

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