Abriss - Das einstige Metzinger Traditionslokal war seit Jahrzehnten nicht mehr in Betrieb und weicht nun einem Neubau

Abriss: Heute fällt die alte »Linde« in Metzingen

VON MARTIN BERNKLAU

METZINGEN. Drinnen wird ausgebeint und entrümpelt. Im Hintergrund wartet schon der Bagger. Am heutigen Donnerstag beginnt der Abbruch des Metzinger Gasthauses »Linde« an der Ulmer Straße. In Betrieb war das Lokal »schon seit Jahrzehnten nicht mehr«, wie Nachbar Dieter Wetzel weiß, der das leerstehende Gebäude nach dem Tod des Besitzers vor gut zwei Jahren erworben hat.

Im Hinterhof steht schon der Bagger bereit: Der Abriss des alten Metzinger Gasthauses »Linde« (in der Bildmitte) beginnt am heutigen Donnerstag. FOTO: BERNKLAU
Im Hinterhof steht schon der Bagger bereit: Der Abriss des alten Metzinger Gasthauses »Linde« (in der Bildmitte) beginnt am heutigen Donnerstag. FOTO: BERNKLAU
Im vergangenen Juni ließ der »Schwanen«-Gastronom mit ausgesuchten Gästen - »ungefähr 60 überwiegend alten Metzingern« - noch einmal für einen Tag die Zeit aufleben, als die »Linde« gemeinsam mit »Rössle« und »Schwanen« das historische Metzinger Zentrum rund um die Martinskirche prägte. Im noch weitgehend intakten Inventar der Gaststube im Erdgeschoss gaben Wetzel und seine Frau Anna-Maria noch einmal ein »ehrenwertes Lindenfest« mit Speis und Trank.

Der Vorbesitzer Hans Weiblen hatte die »Linde« von seinen Eltern geerbt, aber nur noch pro forma betrieben, um die Konzession zu erhalten. Er arbeitete bei einer Brauerei. Das »legendäre Schild 'Heute Ruhetag'«, erzählt Dieter Wetzel, nahm Weiblen »nur einmal im Jahr heimlich aus dem Fenster«. Aber er wohnte in den oberen Geschossen und hielt das Gebäude auch äußerlich in Schuss. Die blau getünchten Dachrinnen und der strahlend weiße Anstrich machten die »Linde« auch in ihren letzten Jahren fast zu einem Schmuckstück.

Kein Einwand vom Denkmalamt

Der neue Besitzer vermutet, dass die Bausubstanz noch aus dem 19. Jahrhundert stammt und sich beim Abriss womöglich sogar noch altes Fachwerk zeigt. Aber das Denkmalamt hatte keine Einwände, das Gebäude abzutragen. Ob vom Inventar noch irgendwas erhalten bleibt und womöglich weiterverkauft wird, ist dem »Schwanen«-Chef nicht bekannt. Es gibt da an der Außenfassade noch geradezu antike gut erhaltene Kaugummi-Automaten.

Der Abbruch, mit dem ein Unternehmen aus Riederich beauftragt ist, wird wie üblich schrittweise vom Dach nach unten vonstattengehen. Rund zwei Wochen Arbeit sind vorgesehen. Nicht immer lässt sich dabei alles exakt planen. Spätestens rechtzeitig vor Weihnachten, so hofft Dieter Wetzel, soll der Abriss abgeschlossen sein. Denn nach der winterlichen Baupause ist schon ein Tag Mitte Februar für den Aushub der Baugrube vorgesehen.

Anstelle der alten »Linde« soll bis zur geplanten Eröffnung im Februar 2019 ein in der Funktion ähnliches Gebäude entstehen, wie es der »Schwanen«-Besitzer schon im Jahr 2013 direkt daneben errichten ließ - »vielleicht sogar noch ein bisschen spektakulärer in der Architektur«, kündigt Dieter Wetzel an.

Ebenerdig und im ersten Obergeschoss soll verkauft werden, so ähnlich wie gegenwärtig neben der »Linde« von einem Dirndl-Laden als Mieter parterre und im Tiefgeschoss. Die obere Etage wird wiederum gleichfalls Teil der wachsenden »Schwanen«-Hotellerie, die das Ehepaar Wetzel 1983 von seinen Eltern übernommen hatte. Die wiederum hatten den ursprünglichen »Schwanen« 1954 gekauft. Für den Neubau sind im Obergeschoss Konferenz- und Tagungsräume vorgesehen. (GEA)

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