Leder-Programm - Hülbener Dorfladen erhält als erstes Projekt in der Region Geld aus dem EU-Förderprogramm Leader

Fördergelder für den Hülbener Dorfladen

VON NORBERT LEISTER

HÜLBEN. Lebenswerte Dörfer durch besondere Projekte zu stärken - das steckt nach den Worten von Landrat Thomas Reumann hinter dem EU-Förderprogramm namens »Leader«. Als erstes Projekt in der Region hat der Hülbener Dorfladen aus diesem europäischen Fördertopf einen nennenswerten Betrag in Höhe von 24 000 Euro erhalten. Am gestrigen Donnerstag kam Reumann einmal mehr nach Hülben, um persönlich bei der Übergabe der Leader-Plakette dabei zu sein.

Stolz und froh über die Leader-Plakette des europäischen Förderprogramms präsentierten sich gestern (von links) Carina Gless,  Nadina Seferovic, Hannes Bartholl vom Leader-Verein Mittlere Alb, Landrat Thomas Reumann, die Geschäftsführerin des Ladens Valerie Kuder und Bürgermeister Siegmund Ganser. FOTO: LEISTER
Stolz und froh über die Leader-Plakette des europäischen Förderprogramms präsentierten sich gestern (von links) Carina Gless, Nadina Seferovic, Hannes Bartholl vom Leader-Verein Mittlere Alb, Landrat Thomas Reumann, die Geschäftsführerin des Ladens Valerie Kuder und Bürgermeister Siegmund Ganser. FOTO: Norbert Leister
Immerhin ist er nicht nur Landrat - und somit an der Erhaltung von funktionierenden Gemeinden besonders auch im ländlichen Bereich interessiert. Reumann ist zudem auch der Vorsitzende des Leader-Vereins Mittlere Alb. Und im Zeitraum zwischen 2015 und 2020 könne die Region bis zu 2,8 Millionen Euro Fördermittel aus Brüssel in den Landkreis Reutlingen holen - wenn ausreichend Projektanträge eingehen, sie im Beirat des Vereins beraten und schließlich an das Regierungspräsidium Tübingen weiterempfohlen werden.

»In den ersten vier Förderaufrufen sind bisher 16 Projekte eingegangen, 13 wurden zur Bewilligung vorgeschlagen«, so Thomas Reumann. Unter den bislang fünf bewilligten Projekten war der Hülbener Dorfladen der Erste, der tatsächlich solch eine Förderung auf das Konto überwiesen bekam. Doch bis dahin war es nach den Worten von Valerie Kuder als Geschäftsführerin des Lebensmittelladens mitten in Hülben ein weiter Weg: »Weil das Geld jetzt da ist, können alle darüber lachen.«

Und wie läuft der Laden nun, nach rund zehn Monaten seit der Eröffnung? »Die Anfangseuphorie war schon da, dann kam ein leichter Einbruch im Sommer und jetzt haben wir wieder Umsätze wie ganz am Anfang«, zeigte sich die Geschäftsführerin des Dorfladens zufrieden mit der Entwicklung. Das tat auch Siegmund Ganser, Hülbens Bürgermeister: »Wir haben Rückendeckung aus der Bevölkerung«, freute er sich. Ob das in fünf Jahren auch noch der Fall sein werde, das könne im Moment niemand sagen. »Das liegt aber auch an uns.« Denn der Laden müsse ständig an sich arbeiten, um auch weiterhin attraktiv zu bleiben. Das Geld aus dem Leader-Fördertopf sei sehr hilfreich gewesen, »bei all der anfänglichen Kritik - es lohnt sich, Anträge zu stellen«, so Ganser.

Allein aus Hülben lägen schon wieder fünf neue Projektanträge bereit, ergänzte Hülbens Bürgermeister. »Europa bietet große Chancen und das zeigt sich genau hier, wenn innovative Projekte Geld aus Brüssel erhalten«, betonte Landrat Reumann.

Ob denn mittlerweile Stammkunden den Dorfladen frequentieren? »Oh ja, der größte Teil sind Stammkunden, aber es kommt auch Laufkundschaft, wie ein Paar aus Kirchheim etwa, das jede Woche einmal ins Thermalbad nach Urach fährt und hier Zwischenstopp macht, um bei uns einzukaufen«, betonten Nadina Seferovic und Carina Gless aus dem Vorstand des genossenschaftlichen Ladens.

Weil die Infrastruktur stimmt

Weitere Projekte, die laut Reumann im Landkreis Reutlingen ebenfalls gefördert werden, sind etwa eine mobile Jugendkirche im ländlichen Raum, eine Kletterwand in Trochtelfingen, das Gemeindehaus in Wilsingen oder auch der Dobelspatz Zwiefalten, eine geplante Freizeitanlage. »Die Botschaft dahinter lautet: Es lohnt sich, Förderanträge zu stellen.« Allerdings muss die Voraussetzung erfüllt werden, dass die Projekte die Lebensqualität in den Dörfern des ländlichen Raums erhöhen. Und somit die Menschen im Ort bleiben. Oder sogar dorthin ziehen. Weil die Infrastruktur stimmt, so Siegmund Ganser. (GEA)

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