Vorpremiere - Brandneuer Dokumentarfilm lief auf der Burg Hohenneuffen

»Der Heidengraben - Eine fast unentdeckte Keltensiedlung«

Von Patricia Kozjek

NEUFFEN/HÜLBEN. Als überaus informationsstark und hochspannend kann man den brandneuen, rund 50-minütigen Dokumentarfilm »Der Heidengraben – Eine fast unentdeckte Keltensiedlung« von Dieter Hagmann wohl bezeichnen. Gezeigt wurde der Dokumentarfilm mit dem prominenten Sprecher Klaus-Dieter Klebsch am Mittwochabend in der Filmvorpremiere auf der Burg Hohenneuffen.

Die Protagonisten eines ganz neuen Films über den Heidengraben trafen sich zur Vorpremiere auf dem Hohenneuffen.  FOTO: KOZJEK
Die Protagonisten eines ganz neuen Films über den Heidengraben trafen sich zur Vorpremiere auf dem Hohenneuffen. FOTO: Patricia Kozjek
Recht verwunschen und nahezu unberührt liegt das rund 1 700 Hektar große Areal des Heidengrabens auf der Albhochfläche zwischen Erkenbrechtsweiler, Grabenstetten und Hülben.

Heute kaum vorstellbar, dass sich an diesem Ort vor mehr als 2 000 Jahren mehrere Tausend Kelten getummelt haben sollen. Das sogenannte »Oppidum« (die Definition geht auf Caesar zurück), ist nicht nur die größte bekannte keltische Befestigungsanlage in Deutschland, sondern auch die größte in ganz Europa. »Es ist ein riesiges Gelände, doch nur zu einem Prozent erforscht«, sagt Hagmann gleich zu Beginn der Vorstellung.

Und: »Rund 150 Oppida gab es einmal, das größte eben auf der Schwäbischen Alb. Das war der Auslöser für die Idee, genau hier einen Film, aber keine Hollywood-Produktion, zu machen.« Nur gemeinsam mit großzügigen Sponsoren der Region und einem »Kenner par excellence«, sei dieses Projekt geglückt, unterstreicht der Filmproduzent und bedankt sich bei allen, die halfen, die neueste »Vision für die Region«, materiell wie ideell, zu verwirklichen.

Allen voran bei Achim Lehmkuhl, ehrenamtlicher Beauftragter der Denkmalpflege, auch bekannt als »Ackerläufer«, der unermüdlich und tatkräftig geholfen habe, kleine Mosaiksteinchen der archäologischen Funde und der Geschichte der Kelten zusammenzufügen.

Mithilfe moderner Animationstechnik und aufwendigen 3-D-Rekonstruktionen wird die aufregende Zeit des Heidengrabens nun wieder lebendig, die heutige Landschaft plötzlich zum Geschichtsbuch.

»Faszinierend« findet das nicht nur Lehmkuhl selbst. »Für mich ist es besonders eindrucksvoll, die Befestigungsanlagen mit den Toren und den vorgelagerten Gräben in ihrer ehemaligen imposanten Größe im Film wieder auferstehen zu lassen.«

»Die Kelten waren nicht unbedingt nur friedliche Zeitgenossen«
 

Fragen vor und während des Films seien natürlich gleich zahlreiche aufgekommen, sagt der Filmproduzent über sein 15 000 Euro-Projekt (zahlreiche ehrenamtliche Stunden nicht einberechnet). »Vor allem das Ende ist hochspekulativ, vieles mussten wir zusammenpuzzeln, damit es ein Bild gibt«, sagt er. Wichtig: Der Film sei entwicklungsfähig und müsse nicht für alle Ewigkeiten so bleiben. »Wir wollen sehen, was die Archäologen, aber auch die Pädagogen, dazu sagen.«

Definitiv sei der Film auch als geschichtlicher Beitrag zum Schulunterricht zu sehen und dahin gehend konzipiert worden. Schönmalen wolle man die Kelten-Zeit mit dem Film aber nicht, obschon die visuelle Siedlungsdarstellung »als schön« empfunden werde, sagt Dieter Hagmann.

»Die Kelten waren nicht unbedingt nur friedliche Zeitgenossen. Sie haben laufend untereinander Krieg geführt und waren als Kopfjäger bekannt.«

Ab Mai soll der Film käuflich zu erwerben sein. Die öffentliche Filmpremiere ist am Mittwoch, 17. April, um 20 Uhr in der Falkensteinhalle in Grabenstetten. Der Streifen wird dort auf einer 40 Quadratmeter großen Leinwand zu sehen sein. (GEA)

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