LEUTE - Carina Beck lernt in der Metzinger Seyboldschule fürs Leben. Freiwilliges Soziales Jahr vor dem Studium
Praxistest fürs Berufsleben
Von Mara Sander
METZINGEN. Carina Beck hat in der Metzinger Seyboldschule ganz schön zu tun. Sie betreut Hausaufgaben, assistiert den Lehrkräften und gibt Hilfestellungen beim Schwimmen mit den jüngsten Schülerinnen und überhaupt im Sportunterricht der Mädchen. Schwerpunkt ihrer Tätigkeit ist das Schülercafe, das montags bis mittwochs geöffnet hat. Zusammen mit Schülerinnen und einer Betreuungskraft bereitet sie täglich durchschnittlich 40 Portionen für den Mittagsimbiss zu - etwa selbst gemachte Pizzataschen. Einkauf, Kalkulation, Speiseplan und Organisation werden im Team besprochen und alles gemeinsam vorbereitet.
Essen für 40 Kinder kocht Carina Beck jeden Tag. Dazu betreut sie sie noch bei den Hausaufgaben und hilft im Sportunterricht der Seyboldschule.
FOTO: Mara Sander
Die 20-Jährige lernte die Schule in einem zweitägigen Praktikum während ihrer eigenen Schulzeit kennen. Es hat ihr so gut gefallen, dass mehr daraus wurde: Sie schloss ein freiwilliges soziales Jahr an. Jetzt möchte sie Sonderpädagogik studieren.
Geld stand nicht im Vordergrund
»Ich wollte nach dem Abitur im März 2011 nicht gleich studieren, sondern erst etwas Praktisches machen nach all dem Lernen«, erzählt sie über ihre Tätigkeit in der Metzinger Seyboldschule. Zwar hatte sie nur am Rande wahrgenommen, dass ihr eine Lehrerin schon damals sagte, sie könne auch ein freiwilliges soziales Jahr dort machen, aber es fiel ihr erst wieder ein, als sie sich vor dem Studium dazu entschied.
»Das Geld stand nicht im Vordergrund. Es sollte eine berufsorientierende und nicht irgendeine Tätigkeit sein.« Der Gedanke Sonderpädagogik zu studieren war schon vorhanden. »Und das war die Chance zu prüfen, ob es auch wirklich mein Berufsziel ist«, sagt die engagierte 20-Jährige, die noch bis zu den Sommerferien sowohl in der Seyboldschule als auch in den »offenen Hilfen« in Dettingen tätig ist.
»Die FSJ-Stelle ist eingerichtet in Kooperation mit der Bruderhaus Diakonie Behindertenhilfe Neckar Alb und unter Trägerschaft des Diakonischen Werkes Württemberg«, erklärt der Rektor der Seyboldschule, Ulrich Deuschle, die Zweiteilung des Einsatzes. Montags bis mittwochs ist Carina Beck in Metzingen, die restliche Zeit in Dettingen.
Schüler schätzen sie
»Am Anfang konnte ich mir nicht so vorstellen, wie es abläuft, aber ich habe mich relativ schnell eingelebt«, erzählt Carina Beck und freut sich über die gute Integration ins Team. »Es gibt eine konkrete Zuordnung, und ich habe immer eine Ansprechpartnerin«, sagt sie und nutzt die Chance sich über längere Zeit anzuschauen, wie ihre spätere Berufswelt aussehen könnte. Sie schätzt das regelmäßige Gespräch mit ihrer Mentorin Evi Josephi, und »hat noch keine Sekunde bereut, mich für das freiwillige soziale Jahr hier entschieden zu haben.«
Carina hat einen vertrauensvollen Kontakt zu den Schülern, die sie sehr schätzen. Sie sieht die Tätigkeit »als Aufgabe, nicht als Job« und hat sich in der Praxis bestens bewährt. »Sie überzeugte auf Anhieb, schon im Bewerbungsgespräch«, verrät der Rektor, der hofft, dass sich jemand findet, um die Nachfolge zu übernehmen. »Verlässlichkeit und Kontinuität sind ganz wichtig für uns«, so Deuschle. Ohne die FSJ-Stelle könnte manches nicht wie bisher an der Seyboldschule geleistet werden.
Vielleicht gehen ja bald Bewerbungen ein beim zuständigen Ansprechpartner Hartmut Kurz als Bereichsleiter Fachdienst der Behindertenhilfe Neckar Alb der Bruderhaus Diakonie. Er gibt Auskunft unter Telefon 0 71 25 94 78 43 oder per E-Mail an hartmut.kurz@bruderhausdiakonie.de. (GEA)
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