Weltspiegel
Kriminalität

Mordvorwurf nach tödlichem Autorennen in Mönchengladbach

Mönchengladbach (dpa) - Der Tod eines Fußgängers bei einem illegalen Autorennen im rheinischen Mönchengladbach war aus Sicht der Ermittler ein Mord. An dem Autorennen am Wochenende waren nach neuen Erkenntnissen der Polizei nicht nur zwei, sondern insgesamt drei Fahrer beteiligt.

Laut Staatsanwaltschaft fuhr der Angeklagte «wie ein Rennfahrer». Foto: Oliver Berg
Laut Staatsanwaltschaft fuhr der Angeklagte «wie ein Rennfahrer». Foto: Oliver Berg
Drei mutmaßliche Raser seien festgenommen worden, teilte die Polizei am Montag mit. Unter den Festgenommenen ist auch der 28 Jahre alte Unfallfahrer, der unmittelbar nach dem Geschehen am frühen Samstagmorgen vernommen worden, dann aber zeitweilig wieder freigelassen worden war. Die beiden anderen Fahrer, ein 22 und ein 25 Jahre alter Mann, wurden am Sonntagabend festgenommen.

«Die Tat wird als Mord bewertet», erklärte die Polizei. Es werde geprüft, ob die drei Männer einem Haftrichter vorgeführt werden. Das ist die Voraussetzung, die Verdächtigen in Untersuchungshaft zu nehmen.

Die Ermittlungen sind laut Polizei umfangreich. Unter anderem werden Videoaufnahmen ausgewertet. «Zeugen berichten, dass die Fahrer immer wieder versuchten, sich gegenseitig zu überholen», hatte dazu ein Polizeisprecher gesagt. Auf einer vierspurigen Straße, auf der nur Tempo 40 gefahren werden darf, soll der 28-Jährige mit überhöhter Geschwindigkeit auf die Fahrbahn des Gegenverkehrs gefahren sein.

Dort wollte ein 38 Jahre alter Mann die Straße überqueren. Der Fußgänger wurde beim Zusammenprall mit dem Auto so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle starb. Am Montag waren am Schauplatz noch die Markierungen der Spurensicherung zu sehen. Ein Holzkreuz, Blumen und Kerzen erinnern dort an den Tod des Mannes.

Das Geschehen entfachte erneut die politische Debatte um eine Strafverschärfung für illegale Straßenrennen. «Das sind keine Bagatellen, das muss härter geahndet werden», sagte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) der «Rheinischen Post». «Angesichts der Entwicklung auf unseren Straßen halte ich es für vernünftig, dass wir rasch gesetzlich reagieren», betonte er. Auch NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) und Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) äußerten sich ähnlich.

Ende März waren erstmals in Deutschland zwei Raser nach einem illegalem Rennen mit tödlichem Ausgang des Mordes schuldig gesprochen worden. Das Landgericht Berlin verhängte lebenslange Haftstrafen.

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