Weltspiegel
Land

Gedenkort soll an den toten Pinguin erinnern

Mannheim (dpa/lsw) - Auf Anweisung der Staatsanwaltschaft untersuchen Tierärzte den toten Pinguin aus Mannheim - in der Hoffnung, dass eine Obduktion Hinweise auf den Täter bringt. Der Pinguin selbst soll indes bald einen Gedenkort bekommen.

Humboldt-Pinguine stehen in Mannheim im Luisenpark in ihrem Gehege.
Humboldt-Pinguine stehen in Mannheim im Luisenpark in ihrem Gehege. FOTO: dpa
Nach dem Tod eines gestohlenen Pinguins in Mannheim dämpft die Polizei Hoffnungen auf eine schnelle Aufklärung der Tat. «Wir rechnen nicht mit baldigen Ergebnissen hinsichtlich einer Festnahme», sagte Sprecher Michael Klump am Freitag in Mannheim. Die Spurensicherung nach dem Fund des Tierkörpers am Rande eines Parkplatzes sei noch nicht abgeschlossen.

Der Humboldt-Pinguin sei ohne Kopf gefunden worden, sagte Klump. «Die Verletzungsmuster deuten auf Tierfraß hin.» Möglicherweise hätten Ratten oder ein Fuchs den Kadaver angefressen. Nähere Hinweise erhoffe sich die Polizei nun von einer Obduktion durch das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) in Karlsruhe.

Der Kadaver traf dem CVUA zufolge am Freitag ein. «Zwei Tierärzte untersuchen den Körper jetzt», sagte Leiter Stephan Walch. Dabei wollen die Experten feststellen, wann und woran der Pinguin gestorben ist. Ergebnisse könnten bereits am Montag vorliegen. «Es handelt sich um ein Hochdruckverfahren der Staatsanwaltschaft», sagte Walch. Die Justiz in Mannheim ermittelt in der Sache gegen unbekannt.

Der Mannheimer Luisenpark, aus dem das Tier am vergangenen Samstag verschwunden war, kündigte erhöhte Sicherheitsmaßnahmen an. «Wir wollen zunächst mögliche Nachahmer abschrecken», sagte Sprecherin Alexandra Wind. Der Park prüfe etwa eine Überwachung per Kamera. Daneben will die Verwaltung in der Nähe des Geheges einen Gedenkort für Pinguin «Nummer 53» schaffen. «Vorstellbar ist, an der bereits vorhandenen Pinguin-Statue eine Tafel anzubringen», sagte Wind. «Wir wollen kein Spektakel, aber uns haben viele Zuschriften erreicht.»

Ein Passant hatte den toten Pinguin am Donnerstagmorgen unweit des Luisenparks gefunden. Die Behörden schließen aus, dass der etwa fünf Kilogramm schwere und bis zu 60 Zentimeter große Vogel im Gehege von einem Wildtier gerissen oder selbst entlaufen sein könnte. Humboldt-Pinguine gehören weltweit zu den gefährdeten Arten.

Das könnte Sie auch interessieren
Regionen

Wählen Sie Ihre Region

Karte mit einzelnen Regionen Tübingen Reutlingen Pfullingen Eningen Lichtenstein Über der Alb Neckar und Erms
Aktuelle Beilagen
Neu im Kino 

Hohenzollern rückt an die Alpen ran

»A Cure for Wellness«: Szene mit künstlichem See, in der Lockhart (Dane DeHaan) Hannah (Mia Goth) begegnet. FOTO: 20TH CENTURY FOX
Der Hollywood-Thriller »A Cure for Wellness« entstand am Stammsitz des preußischen Königshauses. Der Hohenzollern mit seinen Türmen, Mauern, Innenhöfen hat einen glanzvoll schaurig-schönen Auftritt.
lesen »
Menschenrechte

Amnesty schlägt Alarm: Die Welt ist finsterer geworden

Ausgaben des Jahresberichts 2016/2017 von Amnesty International liegen in Berlin auf einem Tisch. Foto: Monika Skolimowska
Amnesty International prangert eine zunehmende Aushöhlung der Menschenrechte in den USA und Europa an.
lesen »

Historiker: Trump kann von Machtvakuum profitieren

US-Präsident Donald Trump äußert sich vor Journalisten. Foto: Evan Vucci

München (dpa) - Der US-Historiker Timothy Snyder s... mehr»

Wagenknecht empfiehlt Griechenland Abschied vom Euro

Die Vorsitzende der Linke-Bundestagsfraktion, Sahra Wagenknecht. Foto: Britta Pedersen

Berlin (dpa) - Unmittelbar vor dem Treffen von Bun... mehr»

Wie das Prinzip Spaltung die Menschenrechte aushöhlt

«Das möglicherweise größte der vielen politischen Erdbeben im Jahr 2016 war die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika», schreibt Amnesty-Generalsekretär Shetty im neuen Bericht. Foto: Andrew Harnik

Berlin (dpa) - Massaker in Syrien, öffentliche Aus... mehr»

Bundesregierung fordert Ende des Kriegs im Südsudan

Seit mehr als sieben Jahren versetzt die Terrormiliz Boko Haram den Nordosten Nigerias in Angst und Schrecken. Millionen sind auf der Flucht, Felder liegen brach, es mangelt an sauberem Trinkwasser. Foto: Sam Olukoya

Berlin/Washington (dpa) - Angesichts der drohenden... mehr»

SPD-Fraktion legt Gesetzentwurf zu Managergehältern vor

Legt einen Gesetzentwurf zu Managergehältern vor: SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann. Foto: Maurizio Gambarini

Berlin (dpa) - Hohe Managergehälter sind für die P... mehr»

Haupt- und Landgestüt Marbach

Skelette berühmter Pferde in Marbach zu sehen

Das Skelett von Bairactar, dem Ahnherrn der Weil-Marbacher Vollblutaraberzucht, im Gestütsmuseum Offenhausen mit Gemälde von Albrecht Adam.
Ihren tapferen Schlacht- und auch Zuchtrössern haben die Weltenherrscher immer wieder besondere, man könnte sogar sagen skurrile Andenken schaffen lassen. Berühmte Pferde wurden gemalt, in Bronze gegossen oder eben ihre Skelette präpariert.
lesen »
Mitarbeiter gesucht!
  • Stellenanzeigen werden geladen...