Organspende - Was fünf Reutlinger darüber denken

»Warum nicht helfen?«

REUTLINGEN. Organe sind Mangelware, seit dem Skandal gibt es kaum noch Spender. GEA-Redaktionsmitglied Kaya Egenberger hat in Reutlingen nachgefragt ob und warum Leute spenden wollen – und warum nicht.

Yvonne Knauer ist erst 18 Jahre alt und hat schon einen Organspenderausweis. »Wenn ich nicht mehr leben kann, wieso soll ich dann nicht jemand anderem helfen?«, begründet sie ihre Entscheidung. Der Skandal hat die junge Dame nur wenig misstrauisch gemacht: »Wenn ich tot bin, kann ich nur hoffen, dass der Richtige mein Organ bekommt«.

Markus Heller (48) ist nicht so hoffnungsvoll. Wenn er einen Ausweis besitzt, wird sein Tod im Zweifelsfall womöglich schneller bestätigt, befürchtet er. Vom Skandal hat er nicht viel mitbekommen, misstrauisch ist er trotzdem: »Man weiß nie, ob Spenden ankommen.«

Grundsätzlich könnte sich Katja Gminder (43) eine Organspende vorstellen. Als Ärzte in Deutschland jedoch anfingen, zu betrügen ist sie stutzig geworden. »Ich habe Angst, dass man lebenserhaltenden Maßnahmen abstellt, wenn ich einen Unfall hatte und man meine Organe haben will.«

Diese Angst hat Ralf Schöttler (42) nicht. »Es gibt überall schwarze Schafe, davon lasse ich mich nicht steuern«, so Schöttler. Seit zwei Jahren besitzt er einen Organspendeausweis. »Das ist ein Geben-und-Nehmen-Prinzip«, erklärt er. »Selber wünscht man sich ja auch ein Organ, wenn man eins braucht.«

Für Svitlana Seiler (30) gibt es keinen Grund nicht zu spenden: »Wenn es anderen hilft, warum nicht?« Ihre Entscheidung pro Organspenderausweis kam spontan: »Im Krankenhaus haben sie gefragt, ob ich das machen will.« (GEA)



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