Politik
Manöver in Weißrussland

Kühler Kopf stattKalter Krieg

VONOLIVER JIROSCH

Auch wenn die russische Regierung vordergründig beschwichtigt und abwiegelt. »Alles kein Grund zur Aufregung, eine reine Routine-Übung«, heißt es aus dem Kreml. Ist es natürlich nicht. Das Ganze ist eine wohlkalkulierte Provokation. Zehntausende russische und weißrussische Soldaten sind aufmarschiert, dazu Panzer und Kampfflugzeuge. Nach russischer Diktion dient das Manöver nur dazu, die Antwort auf terroristische Angriffe im Innern zu üben. Warum haben sich die Länder dann als Titel des Manövers den Namen »Zapad« also Westen ausgewählt? Und als Gebiet den westlichsten Zipfel unweit der Grenze zu den baltischen Nato-Mitgliedern?

In diesen baltischen Nachbarländern und auch bei vielen westeuropäischen Politikern haben die Truppenbewegungen für Nervosität und für Unruhe gesorgt. Wichtig ist aber, dass man dort nun Ruhe und kühlen Kopf bewahrt. Und sich eben nicht provozieren lässt. Die Nervosität im Westen wird man in Moskau wohlwollend zur Kenntnis nehmen. Dass man im Kreml aber an einer Eskalation der Lage oder gar an einer Invasion wie 2012 auf der Krim interessiert ist, dafür gibt es keine Hinweise.

Fakt ist aber, dass derzeit deutsche und auch amerikanische Soldaten mit litauischen Truppen beim Nato-Partner gemeinsam üben. Ob diese Übung eine Reaktion auf »Zapad« ist oder die verstärkte russische Truppenpräsenz eine Folge des Nato-Manövers - das ist zweitrangig. Wichtig ist, dass die Spirale nicht weiter gedreht wird. Dass Merkel, Macron und Juncker vernünftig mit Putin verhandeln. Damit nicht wie am anderen Ende der Welt zwei Hitzköpfe wie Trump und Un für eine Eskalation des Schreckens sorgen.

oliver.jirosch@gea.de



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