Tanz - Kulturnacht in rhythmischer Bewegung: Von Charleston bis Hip-Hop fuhr so manches in die Beine

Auf der Suche nach dem ultimativen Hüftschwung

VON ARMIN KNAUER

Diese Kulturnacht ist auch eine Nacht des Tanzes, und so begeben wir uns auf eine nächtliche Tour auf der Suche nach dem ultimativen Hüftschwung.

Um 18.45 Uhr ist die Hüfte steif, die Luft klamm. Vor dem Spitalhof trotzt Hazelle Kurig mit ihrer Truppe von der Rainbow Dance Factory dem Klima und legt einen heißen Stepptanz auf die mitgebrachten Holzplatten. »Wer Schwäbisch kô, der kô au steppa!«, stellt die Südafrikanerin Kurig auf gut Schwäbisch klar. Über mehrere Stationen steppen sich die Damen der Listhalle entgegen. Dort tauchen sie mit goldblitzenden Westchen auf der Bühne auf und legen noch eine Schippe Tempo drauf.

Anders als beim letzten Mal ist die Listhalle gut gefüllt, und Heike Speidel, die das Programm hier zusammengestellt hat, ist bester Stimmung: »Schon 600 sind hier, das ist mehr als wir erwartet hatten!« Speidel, vielseitig als Hobbytänzerin aktiv, hatte sich gegen die Idee einer orientalischen Nacht entschieden und dafür, die Tanzwelt in all ihrer Vielfalt zu zeigen. Das Konzept geht auf, die Tanzfans sind da.

Am Plattenteller legt Moderator Fabrizio Laraia vom Tanzstudio Dance+Music einen Twist auf. Kneifen gilt nicht, also raus aufs Parkett zum Selbstversuch. Runter in die Knie, hin und herwippen - autsch, das war der Meniskus!

Gott sei Dank übernehmen die Altmeister vom Reutlinger Tanzsportclub Schwarz-Weiß: Heinz und Margret Cierpka schalten bei Walzer, Slowfox & Co. die Schwerkraft einfach kurz ab. Und die drei jungen Turniertanzpaare, die nach ihnen die Lateintänze vorführen: Oh ja, das sind Hüftschwünge!

Zeit, zu schauen, wo es sonst noch Tanz gibt in der Stadt. Wasserballett im Achalmbad etwa. Aber da drängt sich schon die Menge. Kein Durchkommen. Weiter zum ehemaligen Kali-Kino: Das hat sich in eine 20er-Jahre-Welt verwandelt. Kellnerin, Barmann, alle stilecht gewandet, auf der Bühne erklärt Frank Lutz den Besuchern, wie Charleston geht. Erst den »Bounce« fühlen, dann vor- und rückwärts, jawoll, ganz lässig. Das Fersenschlenkern, das wir nun einbauen sollen, ist aber echt knifflig! Bei uns im Publikum sieht es aus, als würden wir auf einer Herdplatte herumeiern. Dabei wirkt bei Frank das alles so ungemein elegant! »Ihr seid Spitze«, lobt Frank trotzdem tapfer, »die nächsten Zwanziger werden super!«

Eine Frage der Körperspannung

Zurück in die Listhalle. Dort ist es voller denn je. Auf dem Parkett hat sich Jungvolk wie zum Picknick niedergelassen. Und staunt über die Hip-Hop-Mädels aus Sibylle Rutschs Tanzstudio Dance-Art in Pfullingen. Was die sieben frischgebackenen Landesvizemeisterinnen hinlegen, hat Pep: Körperspannung, Rhythmus, Lockerheit - alles da!

Richtig akrobatisch wird's bei den Battle Toys. Die Breakdance-Weltmeister aus Plochingen lassen mit irrwitzigen Überschlägen den Atem stocken. Ein Ah und Oh geht durch die Reihen, wenn die Jungs sich durch die Luft werfen.

Gleich dreißig junge Leute vom Reutlinger Verein Abadá Capoeira stellen danach den brasilianischen Tanz-Kampfsport Capoeira vor. Sie begleiten sich selbst mit schallenden Gesängen zu Conga-Trommeln und Musikbogen. Archaisch und fesselnd wirkt das, und die Übungen, teils mit Stöcken, sehen aus wie eine Mischung aus Kung-Fu, Breakdance und Samba. Beeindruckend!

Natürlich führt kein Weg am Modetanz Zumba vorbei. Auf geht's: Selber die Hüfte schwingen! Die hat sich mittlerweile gelockert, aber noch lange nicht so weit wie die von Fabrizio Laraia, der mit Hütchen den Vortänzer gibt.

Den letzten Showtanz des Abends genehmigt Laraia sich mit Partnerin Isabell Röhm selbst. Ein Salsa, bei dem keine Briefmarke zwischen die Tänzer passt und die Becken rotieren wie die Scheiben eines gut geschmierten Wankelmotors. Vielleicht war er das, der Hüftschwung des Abends - zumindest war es der laszivste! Aber bei Weitem nicht der Letzte. Denn der Showteil ist zwar zu Ende, die Tanznacht aber noch lang. (GEA)



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