Leserbriefe
Tierschutz/Hunde

»Ein Giftköder ist hinterhältig und gemein«

Als zwei Familien, die in den letzten Wochen schlimme Erfahrungen gemacht haben, wenden wir uns mit diesem offenen Brief an die Pfullinger Grundstücksbesitzer.

Unsere beiden Hunde haben beim alltäglichen Spaziergang im Gebiet Eierbach, Schwillehof, Röt trotz angelegter Leine einen Giftköder aufgenommen und lebensbedrohliche Vergiftungen erlitten. Einer der Hunde ist daran gestorben, der andere konnte, Gott sei Dank, durch intensivmedizinische Behandlung in einer Tierklinik gerettet werden. Auch Tierarzt Dr. Nebinger vermutet, dass hier mutwillig gehandelt wurde. In einem Fall haben die Symptome auf ein Phosphorsäureester-Präparat hingedeutet, zu dem auch das verbotene E 605 gehört. Die Pfullinger Polizei hat das Anliegen ernst genommen und wird in den besagten Gebieten und darüber hinaus aufmerksame Kontrollen durchführen. Weil es sich hier um einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz handelt, haben wir Anzeige erstattet. Es gibt ganz klare Bestimmungen der Stadt Pfullingen, was die Verwendung von Giften betrifft.

Aber es gibt noch eine andere, viel bedeutsamere Seite. Können Sie sich vorstellen, welche Angst und Trauer in einer Familie durch solch ein schlimmes Erlebnis ausgelöst werden? Kinder wachsen mit ihrem Hund auf, lieben ihn und sind mit ihm aufs Tiefste emotional verbunden. Was diese Kinder im Falle eines Verlusts durchmachen, kann sich niemand vorstellen, der es noch nicht erlebt hat. Für die Kinder bricht eine (noch) heile Welt zusammen. Ihre Trauer kann man nicht in Worte fassen. Dass es Menschen gibt, die den Tod ihres Lieblingstieres und »Freundes« wollen oder zumindest billigend in Kauf nehmen, macht Eltern und Kinder gleichermaßen wütend und ratlos.

Was noch erschwerend hinzukommt, ist, dass sich Leute, die Gift auslegen, wohl nicht bewusst sind, dass auch Kleinkinder jederzeit Opfer solcher bewusst gegen Hunde und Katzen gerichteter Aktionen sein können.

An alle, die auf ihren Grundstücken Gift auslegen, richten wir den dringenden Appell: Machen Sie sich klar, dass Sie durch das Auslegen solcher Köder und die eintretenden Folgen an Tier und auch Mensch ein Straftäter sind, der gegen Gesetze verstößt und hierfür zur Rechenschaft gezogen werden kann. Suchen Sie andere Formen, ihren Ärger oder gar Wut auf Hunde und Hundebesitzer zum Ausdruck zu bringen, z. B. das Gespräch oder entsprechende Schilder. Wir sind überzeugt: Viele werden darauf Rücksicht nehmen. Ein Giftköder ist hinterhältig und gemein. Der Versuch einer Verständigung und Klärung dagegen schafft Vertrauen.

Familien Tuttaß und Schaupp, Pfullingen



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