Logo
Aktuell Land

Klassenerhalt? Spontane Heidenheim-Party »am schönsten«

2023 stiegen Heidenheim und Darmstadt parallel in die 1. Liga auf. Dann entwickelten sich die Spielzeiten ganz unterschiedlich. Am Sonntag sind im direkten Duell Tränen möglich.

Frank Schmidt
Trainer Frank Schmidt kann mit dem 1. FC Heidenheim den Klassenerhalt perfekt machen. Foto: Harry Langer/DPA
Trainer Frank Schmidt kann mit dem 1. FC Heidenheim den Klassenerhalt perfekt machen.
Foto: Harry Langer/DPA

Emotional wird es mit Sicherheit werden. Auch wenn Erfolgstrainer Frank Schmidt von Plänen für eine Nicht-Abstiegsfeier des 1. FC Heidenheim selbstverständlich nichts wissen will. Doch am Sonntag (19.30 Uhr/DAZN) nach dem Spiel beim SV Darmstadt 98 könnten der 50-Jährige und der Club von der Ostalb allen Grund zum Jubeln haben. Möglicherweise ist der Klassenerhalt des Neulings dann zum Abschluss des 31. Spieltags auch rechnerisch endgültig klar.

Party-Pläne verbieten sich für Schmidt

Wenn es gelingt, wäre das Feiern »spontan sowieso am schönsten«, sagte Schmidt am Freitag. Party-Pläne würden sich aber verbieten und wären »überhaupt nicht angebracht«, findet er. »Ich glaube nicht, dass was vorbereitet ist. Das wäre auch nicht gut.«

Natürlich würde es den Coach aber freuen, wenn sich die entsprechende Konstellation ergeben würde und das große Ziel vorzeitig erreicht wäre. Die zweite Saison in der ersten Liga aber ausgerechnet beim Mitaufsteiger perfekt zu machen, hätte für Schmidt auch »definitiv« einen Beigeschmack.

»Wenn wir mal zurückdenken: Es war schon was Besonderes, dass der SV Darmstadt 98 und der 1. FC Heidenheim sich letztes Jahr durchgesetzt haben, zusammen aufgestiegen sind«, erinnerte Schmidt, der mit Darmstadts Trainer Torsten Lieberknecht befreundet ist. »Ich hätte mir gewünscht, dass es beide Mannschaften schaffen.«

Ganz unterschiedliche Saison für zusammen aufgestiegene Clubs

An einem dramatischen letzten Spieltag Ende Mai 2023 hatte sich der 1. FC Heidenheim in der Nachspielzeit die Zweitliga-Meisterschaft gesichert und den Hamburger SV in die später (missglückte) Relegation geschickt. Was soll Heidenheim in Liga eins, lautete eine öfter gestellte Frage. Wie Mitaufsteiger Darmstadt wurde der Club, bei dem Schmidt mittlerweile seit fast 17 Jahren als Trainer das Sagen hat, als Absteiger gehandelt.

Doch die Heidenheimer widerlegten mit ihrer Leidenschaft, mit Comeback-Qualitäten und Senkrechtstartern wie Jan-Niklas Beste und Eren Dinkci so manche Prognose. Die Saison der beiden Aufsteiger entwickelte sich ganz unterschiedlich.

Und Heidenheim kann nun sein Bundesliga-Abenteuer, das mit einem 0:2 beim VfL Wolfsburg begann und mit dem 3:2 gegen den FC Bayern einen besonderen Höhepunkt hatte, vorzeitig krönen. Der Klassenerhalt wäre »etwas Großartiges«, sagte Schmidt kürzlich. Das fast erreichte Saisonziel würde er höher einstufen als den Aufstieg an sich.

Darmstadt war monatelang sieglos

Doppelt so viele Punkte (34) wie der Mitaufsteiger (17) hat Heidenheim inzwischen gesammelt. Angefangen vom Hinspielerfolg holte der FCH in diesem Zeitraum 23 Punkte, Darmstadt nur acht. »Wir haben das Pendel eher immer mal wieder auf unsere Seite ausschlagen lassen können«, sagte Schmidt über den Vergleich mit Darmstadt. »Deswegen haben wir ein paar Punkte mehr und den Glauben größer werden lassen, das Ziel zu erreichen.«

Mit dem 2:3 damals im Dezember in Heidenheim stürzte Darmstadt auf den letzten Tabellenplatz und ist seitdem Schlusslicht. Erst am vergangenen Wochenende gewannen die Hessen 2:0 beim 1. FC Köln und damit erstmals seit Anfang Oktober. Heidenheim sortierte sich früh fern der größten Sorgen im Mittelfeld ein. Auf einem Abstiegsplatz (16.) stand das Team nur nach dem zweiten Spieltag.

»Heidenheim hat bislang wirklich eine tolle Saison gespielt, und wir können ihnen nur einen ganz großen Glückwunsch dafür aussprechen. Sie haben fantastische Leistungen gebracht«, sagte Lieberknecht. »Als Freund von Frank Schmidt freut es mich aus kollegialer Sicht, dass sie es schaffen.«

Kader 1. FC Heidenheim

Bundesliga-Tabelle

© dpa-infocom, dpa:240426-99-818104/3