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Drei Stunden ohne Happy End: Stuttgart-Aus für Siegemund

In Stuttgart feiert Siegemund 2017 ihren größten Einzelerfolg. Bei der diesjährigen Auflage kämpft sie sich in Runde eins von Rückständen zurück, muss sich aber früh verabschieden.

Tennis: WTA-Tour - Stuttgart
Laura Siegemund verlässt nach ihrer Niederlage den Centre Court. Foto: Marijan Murat/DPA
Laura Siegemund verlässt nach ihrer Niederlage den Centre Court.
Foto: Marijan Murat/DPA

Ein letztes Mal sammelte Laura Siegemund ihre Konzentration. Sie stellte sich noch einmal an der Grundlinie zum Aufschlag bereit. Wenige Momente später flog jedoch eine Vorhand der 36-Jährigen zu weit, die Lokalmatadorin verpasste beim Sandplatz-Tennisturnier in Stuttgart die erhoffte Überraschung. Drei Stunden und neun Minuten kämpfte Siegemund und machte mehrere Rückstände wett, ehe sie der Ukrainerin Marta Kostjuk nach dem 3:6, 7:6 (7:4), 4:6 zum Einzug ins Achtelfinale gratulierte.

»Natürlich bin ich sehr enttäuscht. Mit der Leistung rauszugehen in der ersten Runde ist einfach hart. Aber nach der ersten Enttäuschung muss ich sagen, dass ich wirklich stolz auf mich bin«, bilanzierte die Schwäbin. Am Dienstag war bereits für Tatjana Maria aus Bad Saulgau in Runde eins Schluss gewesen.

Nach den Erlebnissen des vergangenen Wochenendes hatte sich Siegemund gefreut, vor heimischem Publikum antreten zu dürfen. In Brasilien hatte sie die Zuschauer am Freitag und Samstag gegen sich gehabt, als sie mit zwei Punkten die deutschen Tennis-Damen im Billie Jean King Cup zur Endrunde führte. In Stuttgart bewies sie einmal mehr ihre großen Kämpferqualitäten, muss sich aber erstmals in der ersten Hauptfeld-Runde verabschieden.

»Wenn ich hier eine bessere Vorbereitung gehabt hätte, hätte ich nicht so Probleme gehabt am Anfang«, meinte Siegemund: »Aber das ist der Preis, den man zahlt. Das ist absolut okay für mich.« Für die Umstände mit der späten Anreise inklusive Jetlag habe sie »sehr, sehr gut« gespielt. »Ich habe mich bis zum Schluss gut bewegt. Aber wenn Sie mich fragen, war ich müde? Ja, war ich, auch im Kopf«, sagte sie.

Kostjuk ist als Nummer 27 der Welt mehr als 50 Plätze vor Siegemund notiert (84.). Die Schwäbin hatte aber ihre Chancen. Das Match lebte bei phasenweise einfacheren Fehlern auf beiden Seiten vom Kampf und der Spannung. Kostjuk half Siegemund, die anfangs schwer in die Partie fand, auch mit insgesamt 15 Doppelfehlern.

Hilfreich für die Wende im zweiten Satz war ein knapper Ball beim Stande von 3:5 aus Sicht der Deutschen. Schiedsrichterin Meruyert Kaukeyeva kletterte von ihrem Stuhl und gab einen knappen Ballabdruck zugunsten von Siegemund gut. Statt Matchball für Kostjuk gab es Spielball für Siegemund, die den Rückstand wettmachte und den Tiebreak verdient gewann. Auch bei einem Auf und Ab im dritten Satz kam die Metzingerin nach einem Rückstand zurück, konnte dann aber nur den ersten Matchball abwehren.

Eigentlich sei sie in ihrem Alter und angesichts ihrer Verletzungen an einem Punkt in ihrer Karriere, wo »alles nur noch ein Bonus ist«, hatte Siegemund zum Turnierbeginn gesagt: »Aber ich bin eine sehr ehrgeizige Person, ich will den Bonus auch maximieren. Ich bin nicht nur da und habe Spaß.«

In Stuttgart hatte sie in der Vergangenheit viel Spaß mit ihren Erfolgen. Siegemund war 2016 ins Endspiel gegen Angelique Kerber eingezogen, ein Jahr später holte sie überraschend den Titel. Es ist noch immer ihr größter Einzelerfolg. Höhere Ziele als im Einzel verfolgt sie als Nummer sechs der Welt im Doppel. Gemeinsam mit ihrer Partnerin Barbora Krejcikova steht sie in Stuttgart im Viertelfinale und hat noch eine Titelchance.

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